- Nummer
- 00362
- Leitung
- -
- ECTS
- 3.0
- Unterrichtssprache
- Deutsch
- Methodik und Didaktik
- Seminar, Gruppen- und Einzelübungen mit Material zur sozial-emotionalen Förderung, Textstudium, Videoanalysen, angeleitetes Selbststudium, Arbeit an mitgebrachten Beispielen der Studierenden
- Leistungsnachweis
- 80 Prozent Anwesenheit im Unterricht; bei mehr als zwei Abwesenheiten kann als Ersatz eine individuelle Aufgabe erfüllt werden; schriftliche Übung in der letzten Unterrichtseinheit: Hintergründe aggressiven Verhaltens erkennen, beschreiben und daraus Intervention ableiten anhand eines Fallbeispiels
- Voraussetzung
- BA103 Sozialisation, Entwicklung und Bildung
- Empfehlung
- BA105 Lebenslagen, soziale Probleme und Unterstützungssysteme
BA111 Grundlagen der Kommunikation, Gesprächsführung und Beratung - Literatur
- Wird zu Beginn des Moduls bekannt gegeben.
- Leitidee
- Kinder, die toben, beissen, trotzen, kratzen oder andere an den Haaren ziehen, fordern Fachpersonen in ambulanten und stationären Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Auf der Suche nach den Ursachen muss zum einen der Blick auf den Kontext solcher Handlungsweisen gerichtet werden. Zum anderen ist für das Verständnis der Entstehungsbedingungen aggressiver Verhaltensweisen fundiertes Wissen über die Emotionsentwicklung und -regulation hilfreich: Denn tobende Kinder zeigen uns mit ihrem Verhalten Schwierigkeiten, sich in (für sie) anspruchsvollen Situationen zu beruhigen.
Die eigenen Gefühle angemessen regulieren zu lernen, gehört zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben in der frühen Kindheit. Bei der Bewältigung dieser Entwicklungsaufgabe kommt den Eltern und / oder den Bezugspersonen eine tragende Rolle zu. Erschweren Belastungsfaktoren auf der Seite der Eltern und / oder des Kindes die Entwicklung der frühen Emotionsregulation, kann es dazu kommen, dass sich Defizite der Selbstregulation in Hauen, Beissen oder Toben zeigen. Für wirksame, kindgerechte Strategien im Umgang mit solchem Verhalten ist es notwendig, dass Fachpersonen diese frühe Emotionsregulation verstehen und einordnen können, damit sie unterstützend handeln können.
In diesem Wahlmodul setzen sich die Studierenden zunächst – mit Bezug zur Säuglingsforschung – mit gelungener früher Emotionsregulation auseinander. Anschliessend wird zentrales entwicklungspsychologisches Wissen zur Entwicklung von Aggression und Empathie in der frühen Kindheit vertieft. Daraus werden Antworten zu folgenden Fragen erarbeitet: Welche Konsequenzen und Handlungsstrategien ergeben sich aus diesem Wissen für das Verständnis und den Umgang mit tobenden Kindern? Wie kann ich als Bezugsperson (beispielsweise aus einer ambulanten und / oder stationären Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe) das Handeln herausfordernder Kinder einordnen, verstehen und unterstützend handeln? - Modulinhalte
- Frühe Emotionsregulation verstehen und begleiten
- Frühe Entwicklungsaufgaben erkennen und begleiten
- Ursachen, Hintergründe und Evaluation aggressiver Verhaltensweisen
- Entwicklungspsychologie: Empathie und Aggressionsentwicklung
- Unterstützende Verhaltensstrategien bei aggressivem Verhalten der Kinder
- Praxisbeispiele: Besprechung und Analyse von Videos, in denen kleine Kinder aggressive Verhaltensweisen zeigen (müssen)
- Fach- und Methodenkompetenz
- Fähigkeit zur Prozessgestaltung
- Selbstkompetenz
- Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion
Fähigkeit zur selbstregulierten Wissenserweiterung - Sozialkompetenz
- Fähigkeit zur Kooperation
- Fachwissen
- Soziale Probleme und Lebenslagen