Value Sensitive Design of Artificial Intelligence
Künstliche Intelligenz (KI) prägt Wirtschaft, Bildung und Arbeit und damit das Leben der Menschen. Unternehmen suchen heute Fachkräfte, die KI nicht nur verstehen, sondern sie auch verantwortungsbewusst einsetzen, implementieren oder gestalten.
Dieses Modul führt die Studierenden in die theoretischen Grundlagen und Prinzipien des Value Sensitive Design (VSD) ein—ein Ansatz, der technologische Innovation mit ethischen und gesellschaftlichen Werten verbindet. Auf dieser Basis lernen sie, wie menschliche Werte und Bedürfnisse in Gestaltungsprozesse von KI-Systemen integriert werden können.
Im praktischen Teil identifizieren die Studierenden in angeleiteter Gruppenarbeit konkrete KI-Anwendungsfälle, entwickeln werteorientierte KI-Lösungen in Form von Mock-ups und testen Methoden, um Stakeholder-Werte wie Autonomie, Privatsphäre und Transparenz in Designideen zu übersetzen.
Dabei erleben die Studierenden hautnah, wie Wertespannungen—beispielsweise zwischen Autonomie und Sicherheit—in realen KI-Anwendungskontexten entstehen können, und sie lernen, wie sie diese Konflikte moderieren können, um tragfähige Lösungen für die betroffenen Stakeholder zu entwickeln.
Wissen und Verstehen
Studierende können
- die VSD-Methodik und das Toolkit beschreiben.
- erklären, wie Werte unterschiedlicher Stakeholder (oder sogar widersprüchliche Werte einer Person) in Spannung zueinander stehen können.
- zeigen, dass sie sich der sozialen, ethischen und organisatorischen Kontexte von KI-Technologien bewusst sind.
Anwendung von Wissen und Verstehen
Studierende können
- geeignete Methoden aus dem VSD-Toolkit anwenden, um Stakeholder zu identifizieren und Werte zu erfassen.
- die Methode der Value Hierarchy nutzen, um Werte in Designanforderungen zu übersetzen.
- die ersten Schritte der „Value Dams and Flows“-Methode einsetzen, um Wertekonflikte zu untersuchen und zu lösen.
Urteilen
Studierende können
- Wertespannungen auf verschiedenen Ebenen identifizieren und formulieren.
- vorgeschlagene Lösungen kritisch im Hinblick auf ethische, soziale und technische Implikationen bewerten.
- alternative Designentscheidungen abwägen und ihre Wahl transparent begründen.
Kommunikative Fertigkeiten
Studierende können
- ihre Arbeit sicher in mündlicher Form präsentieren und diskutieren.
- Berichte verfassen, die akademischen Standards entsprechen.
Selbstlernfähigkeit
Studierende können
- sich mithilfe der bereitgestellten Materialien eigenständig auf den Unterricht vorbereiten.
- Projektarbeiten und Berichte selbstständig bearbeiten und dabei auf den Input aus dem Unterricht aufbauen.
- Grundlagen des Value Sensitive Design (VSD)
- Stakeholder-Analyse im Rahmen des VSD
- Anwendung des VSD-Toolkits für verantwortungsbewusstes KI-Design
- Wertehierarchie zur Übersetzung abstrakter Werte in konkrete Designanforderungen
- Identifikation und Lösung von Wertespannungen im KI-Design
- Auswahl von KI-Anwendungen zur Analyse und Gestaltung: Soziale Roboter im Gesundheitswesen, Serviceroboter im Tourismus und Gastgewerbe, KI-Assistenten für mentale Unterstützung, KI-Begleiter für Kinder und Jugendliche usw.
- Kontaktstudium: Vorlesung, Übungen, Präsentationen, Gruppenarbeit, Geführter Workshop, Coaching
- Begleitetes Selbststudium: Gruppenarbeit, Literaturstudium, Projektarbeit
Der Unterricht findet überwiegend auf Deutsch statt. In den geführten Workshops werden Teile des Unterrichts auf Englisch durchgeführt.
Keine
Note 1-6 (halbe Noten)
Friedman, B., & Hendry, D. G. (2019). Value sensitive design: Shaping technology with moral imagination. Mit Press.
Das Modul wird mehrheitlich auf deutsch, teilweise auch in Englisch unterrichtet.
