- Nummer
- 00346
- Leitung
- -
- ECTS
- 3.0
- Methodik und Didaktik
- Texte lesen, ethnographisches Beobachten, Schreibarbeit, Impulsreferate, Diskussionen
- Leistungsnachweis
- Aktive Teilnahme, Schreiben eines ethnographischen Essays
- Voraussetzung
- BA104 Wissenschaftstheorie und Einführung in wissenschaftliches Arbeiten
- Empfehlung
- BA108 Einführung in die Sozial- und Evaluationsforschung
- Literatur
- Wird zu Beginn des Moduls bekannt gegeben.
- Leitidee
- Das Lesen komplexer Fachtexte und das Schreiben eigener Texte entsprechend wissenschaftlicher Standards wollen geübt sein. Das Wahlmodul bietet die Gelegenheit, anhand praktischer Übungen einerseits schwierige Fachtexte zu «knacken», andererseits sich beim Schreiben eigener Texte an ein gewisses Niveau hinsichtlich Struktur, Argumentation und Stil heranzutasten. Das soll keine trockene Auseinandersetzung nur mit Texten sein. Inspiration und den «Stoff» für das eigene Schreiben holen wir uns aus dem Lesen «klassischer» ethnographischer Texte und eigenen ethnographischen Beobachtungen von Alltagsszenen in verschiedenen Feldern. Ethnographisch inspirierte Studien brachten nämlich wesentliche Erkenntnisse sowohl in die Disziplin wie die Profession Sozialer Arbeit. Das Ziel des Moduls ist, sich spezifische Fähigkeiten im ethnographischen Schreiben anzueignen und somit allgemein die Kompetenzen im wissenschaftlichen Schreiben – und nicht zuletzt die Lust und Freude daran – zu entwickeln.
- Modulinhalte
- Zu Beginn schauen wir uns die klassische Grundstruktur wissenschaftlicher Texte an und üben diese praktisch an einem selbst geschriebenen Essay, indem wir es nach dieser Grundstruktur überarbeiten. Dies umfasst die Fragestellung, die Darstellung des Forschungsstandes, die Darlegung der Vorgehensweise, die Beschreibung und Analyse der Ergebnisse, die Beantwortung der Fragestellung sowie Fazit und Ausblick. Das Ziel dabei ist, dass wir, indem wir den Aufbau wissenschaftlicher Texte im Auge behalten, beim Schreiben eigener Texte schliesslich auch freier vorgehen können.
In einem weiteren Schritt lesen wir Ausschnitte aus beispielhaften ethnographischen Texten (etwa die Studie über die «Arbeitslosen von Marienthal» von 1933 von Jahoda, Lazarsfeld und Zeisel, die Beschreibungen William Foot Whytes der corner boys im Bostoner North End der 1930er-Jahre, oder die Beobachtung eines Hahnenkampfes auf Bali durch Clifford Geertz) und diskutieren deren analytische und stilistische Vorgehensweisen. Auf der Basis eigener ethnographischer Beobachtungen von Alltagsszenen verfassen wir kurze ethnographische Essays, die wir auch gegenseitig konstruktiv kommentieren. Dabei wird das Feilen an der Argumentation und am Stil wichtig sein, da bei Ethnographien die Darstellung der Daten resp. der Fälle und der Ergebnisse und deren Plausibilisierung weitgehend diskursiv erfolgen (d.h. eine überzeugende Beschreibung / Argumentation und eine präzise, klare Sprache sind wichtig). Zusätzlich wirken ethnographische Texte auch durch einen Schreibstil, der zwischen bildhaft-konkreten Beschreibungen und kommentierenden, abstrahierenden und analytischen Passagen hin und her wechselt. Das Bemühen um eine anschauliche, klare und grammatikalisch korrekte Sprache zieht sich durch die Schreibwerkstatt hindurch. - Fach- und Methodenkompetenz
- Fähigkeit zu forschen
- Selbstkompetenz
- Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion
Fähigkeit zur selbstregulierten Wissenserweiterung - Fachwissen
- Wissenschaftstheorien und Methodologie
Forschungsmethoden