- Nummer
- 06063
- Leitung
- Daniel Kasper, +41 62 957 20 81, daniel.kasper@fhnw.ch
- ECTS
- 3.0
- Unterrichtssprache
- Deutsch
- Methodik und Didaktik
Sozialpädagog:innen begegnen in ihrem Berufsalltag immer wieder Situationen, die alle Beteiligten herausfordern und belasten: Fremd- oder Selbstverletzungen, Sachbeschädigungen, bedrohliches oder stark irritierendes Verhalten. Solche Situationen fordern unmittelbar Betroffene Teams, Leitungen, Organisationen, das Umfeld und oft auch externe Stellen stark heraus.
Herausforderndes Verhalten ist nie nur Ausdruck eines individuellen „Problems“, sondern immer ein komplexes Geschehen mit vielfältigen Ursachen und Beziehungsdynamiken. Es erfordert ein multiperspektivisches Verstehen, das über individuelle Zuschreibungen hinausgeht.
In diesem Wahlmodul arbeiten wir mit einem systemischen Verständnis von Krisen. Wir untersuchen, was herausforderndes Verhalten begünstigt – und wie es professionell begleitet, entschärft und bearbeitet werden kann. Neben theoretischen Modellen geht es auch um praxisnahe Methoden: Deeskalationsstrategien, Sicherheitstechniken, Kommunikationsformen und die Bedeutung von Haltung, Beziehung und organisationaler Verantwortung.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Reflexion der eigenen Rolle: Wie kann ich präsent, klar und zugleich empathisch agieren? Wie gestaltet sich die Verantwortung der Organisation? Wie schützen wir sowohl Klient:innen als auch Mitarbeitende?
- Leistungsnachweis
Fachwissen
- Soziale Problemen und Lebenslagen
- Prozessgestaltungsmodelle: Methoden, Verfahren und Interventionen
Selbstkompetenz
- Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion
- Voraussetzung
Begriffe und Haltungen, systemische Prävention von Grenzverletzungen, Selbstschutz und Schutz vor Gewalt, Verstehen von Entstehungsbedingungen, Eskalation & Deeskalation, Umgang mit und Interventionsmöglichkeiten bei psychischer und physischer Bedrohung, Notfallhandeln, rechtliche Grundlagen (FbM), Selbst- und Fremdfürsorge, Nachsorge, Sicherheitstechniken
- Empfehlung
Referate, Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeiten und Übungen zu Deeskalation und Schutz
- Literatur
Empfehlung: erfolgreiche Absolvierung der Vertiefungsrichtung Behinderung und Beeinträchtigung sowie praktische Berufserfahrung in einem Praxisfeld der Sozialen Arbeit resp. in der Praxis der Begleitung von Menschen mit Unterstützungsbedarf.
- Leitidee
Anwesenheit vor Ort zu 80%
- Fach- und Methodenkompetenz
2er-Skala
- Selbstkompetenz
Bundesvereinigung Lebenshilfe für Geistig Behinderte (Hrsg.) (2003): Wenn Verhalten auffällt. Marburg
Calabrese, S. & Kasper, D. (2019). Alternativen zur Intensivbetreuung. Ausgestaltung institutioneller Settings für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und herausfordernden Verhaltensweisen. In: SZH, Jg. 25, 11-12/2019. Bern. S. 54-60.
Palmowski, W. (2015). Nichts ist ohne Kontext. Systemische Pädagogik bei „Verhaltensauffälligkeiten“. Dortmund: Verlag moderndes Lernen.