- Nummer
- 06064
- Leitung
- Fabian Pioch, +41 62 957 27 02, fabian.pioch@fhnw.ch
- ECTS
- 3.0
- Unterrichtssprache
- Deutsch
- Methodik und Didaktik
Auch wenn das Thema Tod und Sterben uns alle früher oder später betrifft, wird es in unserem Alltag wenig besprochen. In den Industrienationen versterben inzwischen der überwiegende Teil der Bevölkerung in Institutionen, der Sterbeprozess wird zunehmend von Fachkräften, nicht mehr von Angehörigen, begleitet.
Sozialarbeiter/innen stellen als psychosoziale Begleiter/innen neben dem medizinischen Personal und dem Ehrenamtsteam einen elementaren Bestandteil des Hospizwesens dar. Sie bringen die Wünsche und Befürchtungen der Sterbenden in Erfahrung, leiten das Ehrenamtsteam an, begleiten Angehörige und koordinieren das Hilfssystem im Casemanagement.
Eine besondere fachliche Herausforderung im Handlungsfeld Hospiz stellt die aktive Sterbehilfe dar. Der Hospizgedanke entspringt einer christlichen Tradition und sieht keine aktive Sterbehilfe vor, jedoch haben Menschen mit einem hohen Leidensdruck oftmals einen ausgeprägten Sterbewunsch.
Dies stellt Sozialarbeiter/innen vor die fachliche Herausforderung, sich im Spannungsfeld zwischen der Lebensweltorientierung/dem Auftrag der Klientel und der Konzeption der Einrichtung zu positionieren.
- Leistungsnachweis
Fachwissen
- Historisch-systematisches Wissen und Theorien der Sozialen Arbeit
- Prozessgestaltungsmodelle: Methoden, Verfahren und Interventionen
- Theorien und Konzeptionen kommunikativen, ethischen und reflexiven Handelns
Fach- und Methodenkompetenz
- Fähigkeit zur Prozessgestaltung
Sozialkompetenz
- Fähigkeit zur Kooperation
Selbstkompetenz
- Fähigkeit zur (Selbst-)Reflexion
- Voraussetzung
Im Rahmen des Moduls wird Wissen zum Sterbeprozess und zur Sterbebegleitung vermittelt, die Hospizbewegung vorgestellt und eine fachliche Haltung zum Thema Tod und aktive Sterbehilfe herausgearbeitet. Als Wissensgrundlage dienen Lehrinhalte bezüglich der Geschichte der Hospizbewegung und der Palliativversorgung. Ebenfalls werden die Herausforderungen der Sterbekultur im gesellschaftlichen Wandel und der interkulturellen Sterbebegleitung thematisiert.
Diese handlungsfeldspezifischen Inhalte werden in einem nächsten Schritt mit Theorien der Sozialen Arbeit wie der Lebensweltorientierung und der Sozialraumorientierung verknüpft, um den Kern der Sozialen Arbeit im Handlungsfeld Hospiz herauszuarbeiten.
Als zentrale Methoden werden das Casemanagement in einem interdisziplinären Handlungsfeld und die Angehörigenarbeit mittels Gesprächsführungstechniken und die Biografiearbeit thematisiert.
Ebenfalls wird eine Exkursion in ein lokales Hospiz durchgeführt, damit die Studierenden unmittelbare Eindrücke aus dem Handlungsfeld erhalten können und um in den fachlichen Austausch mit Sozialarbeiter/innen in der Praxis zu treten.
Anhand dieser Bezüge werden die Grenzen des Hospizgedankens und die aktive Sterbehilfe aus der Perspektive der Sozialen Arbeit diskutiert.
- Empfehlung
- Angeleitete Selbsterfahrung und Reflektion eigener Trauerbewältigung
- Haltungsorientierte Didaktik mit dem Ziel der Schärfung einer fachlichen Haltung zur aktiven Sterbehilfe
- Exkursion Hospiz
- Fallarbeit/Fallanalyse
- Fachlicher Dialog
- Literatur
Voraussetzung für die Teilnahme am beschriebenen Modul ist, dass die Studierenden bereit sind, ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Tod und dem Sterbeprozess zu reflektieren und keine Debatten über schwerwiegende Themen wie die aktive Sterbehilfe scheuen. Ebenfalls ist die Teilnahme an einer Exkursion in ein Hospiz Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme.
- Leitidee
Anwesenheitspflicht Nachmittag Exkursion Hospiz
- Fach- und Methodenkompetenz
2-er Skala