Im Rahmen des ChallengeEU-Netzwerkes besuchte Luca Niederhauser im Februar 2026 für eine Woche die Universidad Europea in Valencia.
Luca, wieso hast du dich für diesen Austausch entschieden?
In meinem Tätigkeitsbereich sind Einblicke in die Funktionsweise anderer Hochschulen sehr wertvoll. Im Vergleich zum Forschungsbetrieb erhalten wir in der Hochschuladministration keine regelmässige Rückmeldung zu unserer Arbeit von Fachkolleg*innen. Aus den Hochschulen des Netzwerkes hat mich dann kulturell sowie klimatisch Valencia am meisten angesprochen.
Was hast du während deinem Aufenthalt gemacht?
Meine Aktivitäten bestanden aus Einblicken in die Arbeitskultur, in Teile der Hochschuladministration sowie die Lehr- und Lerninfrastruktur.
Ich durfte mich in einem offenen Büro mit Personen aus verschiedenen Abteilungen einrichten. Meine Betreuerin vor Ort, Ana Ferrer, hat mehrere Austausche für mich organisiert. So hatte ich die Gelegenheit, mit Personen aus dem ChallengeEU-Netzwerk, dem Qualitätsmanagement, dem Psychologiestudiengang sowie den Zulassungsverfahren zu sprechen. Das sind alles Bereiche, die einen Bezug zu meiner Arbeit am Zentrum für Ausbildung aufweisen. Zudem habe ich ein Job-Shadowing mit einer Person aus dem Team «aInnovation und Entwicklung neuer Studiengänge» absolviert.
Was hat dich an der Universität beeindruckt?
Die Führungen durch die Gebäude und Räumlichkeiten waren eindrücklich. Die Universidad Europea verfügt über sogenannte «Simulation Rooms». Das sind je nach Studiengang spezifisch eingerichtete Räumlichkeiten, welche die Simulation zentraler Studiensituationen ermöglichen. Die «Simulation Rooms» in der Psychologie sind mit Einwegspiegeln ausgestattete Räume, in denen auf der einen Seite Unterrichtende und Studierende das Geschehen beobachten können, während auf der anderen Seite Gespräche geübt werden. Zu diesem Zweck werden Studierende der Schauspielhochschule eingeladen.
Auch architektonisch hat die Hochschule einiges zu bieten. Der renovierte Hauptstandort der Universidad Europea befindet sich in einem ehemaligen katholischen Waisenheim. Mein persönliches Highlight ist der Lernraum in der ehemaligen, entweihten Kapelle. Ich stelle mir die andächtige Atmosphäre als konzentrationsförderlich vor.

Was war das Highlight deines Auslandaufenthalts?
Das Almuerzo. In Valencia versteht man darunter ein deftiges zweites Frühstück – es hat mir geholfen, die Zeit bis zum Mittagessen um 14:30 Uhr zu überstehen! In Valencia isst man zum Almuerzo typischerweise ein Sandwich, dessen Basis aus Fleisch und einer Art Kartoffelstampf besteht. Bei den weiteren Toppings gibt es viele Varianten. Meine Arbeitskolleg*innen und ich besuchten zusammen Quiosco La Pérgola. Bei Oliven und Sandwiches kamen wir wunderbar ins Gespräch!

In Valencia isst man zum Almuerzo typischerweise ein Sandwich, dessen Basis aus Fleisch und einer Art Kartoffelstampf besteht. 

Was hast du für deinen Arbeitsalltag an der FHNW mitgenommen?
Die Universidad Europea ist eine Privatuni. Bildung ist hier auch ein Produkt. Diese Produktlogik macht sich in den Prozessen, in die ich Einblick hatte, dadurch bemerkbar, dass von Anfang an eine deutlich engere Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Abteilungen stattfindet. Gleichzeitig gehen sie dabei sehr datengetrieben vor, da sie stärkerer Konkurrenz ausgesetzt sind als öffentliche Bildungsinstitutionen. Als Impulse für meine Arbeit nehme ich mit: Die frühzeitige Einbindung aller betroffenen Abteilungen in Projekte und die datengetriebene Entscheidungsfindung.
Was rätst du anderen Mitarbeitenden, die sich für einen Auslandaufenthalt interessieren?
Ich rate, den Aufenthalt über ein Netzwerk (z. B. das ChallengeEU-Netzwerk)zu organisieren, dem die FHNW angehört. Die ganze Organisation war überraschend einfach und mit nur wenigen Formularen verbunden. Zudem bieten die Netzwerke Ressourcen, mit deren Hilfe auch nach dem Austausch gemeinsame Projekte angestossen werden können.




