Zukunft lässt sich nicht exakt vorhersagen – aber sie lässt sich gestalten. Im Webinar erläutert Prof. Dr. Mirjam Hauser, welche Methoden der strategischen Zukunftsforschung Organisationen nutzen können, um Trends früh zu erkennen und neue Handlungsoptionen zu entwickeln.
Die Welt verändert sich rasant: Über Nacht entstehen neue Plattformen, Konsumstimmungen kippen plötzlich und Märkte verschieben sich. Wäre es nicht praktisch, eine Toolbox zu haben, um auch schwache Signale zu erkennen, die psychologische und gesellschaftliche Bedeutung dieser Signale zu deuten und auf dieser Grundlage belastbare Szenarien zu entwickeln?
Die gute Nachricht ist: Eine solche Toolbox gibt es bereits. Strategic Foresight hilft dabei, Veränderungen zu erkennen, die den Markt beeinflussen, und ermöglicht es, Entscheidungen zu treffen, um die Zukunft positiv bzw. im gewünschten Sinne zu gestalten. Damit geht sie viel weiter als die klassische Zukunftsprognose, die versucht, die Zukunft auf Basis von Vergangenheitsdaten zu errechnen.
Die schlechte Nachricht: Auch mit Strategic Foresight lässt sich die Zukunft nicht einfach vorhersagen. Prof. Dr. Mirjam Hauser von der Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW sagt dazu: «Es gibt nicht die Zukunft. Es gibt mehrere mögliche Zukünfte.»
Trotzdem ist die Expertin für strategische Trend- und Zukunftsforschung und Programmleiterin des CAS Strategic Foresight überzeugt: «Es bringt Vorteile, sich über die wahrscheinlichen und wünschbaren Zukünfte auseinanderzusetzen, auch wenn die Gegenwart diffus, volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig ist.» In ihrem «Psychologie kompakt – online»-Beitrag zeigt sie auf, welche Methoden Strategic Foresight beinhaltet und wie sich diese im Arbeitsalltag nutzen lassen.
5 Key Takeaways aus dem Webinar mit Prof. Dr. Mirjam Hauser
1. Trend oder Hype?
Mittels Trendforschung können sowohl schwache Signale als auch Megatrends erkannt werden. Zudem kann zwischen kurzfristigen Hypes und langfristig relevanten Trends unterschieden werden. Aus Megatrends lassen sich Konsumtrends ableiten, aus diesen wiederum Produkttrends
2. Insight vs. Foresight
Consumer Insights hilft, menschliches (Konsum-)Verhalten und Denken zu verstehen. Foresight geht einen Schritt weiter. Mit ihr können Zukünfte antizipiert und somit gestaltbar gemacht werden.
3. Trendforschung auf mehreren Ebenen
Trendforschung ist ein multimodaler und mehrphasiger Prozess. Je nach Ebene (Werte-Ebene, Lebensstil-Ebene, ikonografische Ebene) und Zeitraum (Morgen, Übermorgen, Überübermorgen) kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz.
4. Szenarien und Backcasting
Szenarien sind plausible Ereignisbeschreibungen, die in der Zukunft eintreten können. Beim Backcasting startet man von der idealen Zukunft und ermittelt, welche Schritte jetzt nötig sind, um sie zu erreichen.
5. Die fünf Megatrends
Algorithmisierung, Verwertung, Gestaltung, Fragmentierung und Re-Lokalisierung gelten als fünf zentrale Megatrends unserer Zeit. Strategic Foresight hilft nicht nur dabei, diese zu beschreiben, sondern auch Handlungsoptionen für den Umgang mit ihnen zu entwickeln.


