Podiumsgespräch mit Urs Germann, Irna Bühler und weiteren. Moderiert von Saphir Ben Dakon.
Eckdaten
- Veranstaltet durch
- Pädagogische Hochschule
- Veranstaltungssprache
- Deutsch. Bei Bedarf mit Übersetzung in die deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS). Bitte bei Anmeldung angeben.
- Kosten
- freier Eintritt
- Durchführungen
- 12.5.2026, 18:00–20:00, Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Campus Muttenz, Aula (EG W.01), Hofackerstrasse 30, 4132 Muttenz
Programm
Mit einem Inputreferat von Urs Germann: «Behinderung und der Zugang zu Bildung: Historische Verschiebungen und Kontinuitäten»
Im Gespräch
- Urs Germann, Historiker Universität Bern und Leiter des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
- Irina Bühler, Dozentin PH FHNW mit Schwerpunkt auf inklusive Bildung
- Cinzia Rosa Troller, Primarlehrerin und ehemalige Studentin der PH FHNW
Moderation: Saphir Ben Dakon, Kommunikations- und Inklusionsexpertin
Inhalt
Eine Schulaula ohne Rampe, Vorlesungsskripte nur als gedruckte Kopie, kein Bodenleitsystem auf dem Campus...
Begriffe wie Inklusion und Diversität sind zwar heute präsenter, doch ableistische Strukturen bestehen fort. Sie zeigen sich nicht nur in baulichen Strukturen, sondern stecken in unseren Denkweisen, Sprachmustern und Kommunikationswegen.
Wie ist dieses System historisch gewachsen? Warum wird Behinderung gerade im Bildungsbereich noch immer mit Abwertung verknüpft? Wo stehen wir heute an Schulen und Hochschulen – und was lässt sich konkret tun, um diesen Strukturen aktiv etwas entgegenzusetzen? Gerade der Bildungsbereich – und insbesondere die Lehrpersonenausbildung sind wichtige Schlüsselstellen, um Veränderungen anzustossen.
Auf dem Podium

Urs Germann ist assoziierter Forscher am Institut für Medizingeschichte der Universität Bern und Experte für Sozial-, Rechts- und Psychiatriegeschichte. Seit dem 1. Mai 2025 ist er Leiter des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB). Urs Germann arbeitet seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Wissenschaft, Verwaltung und Gleichstellungspolitik und war zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter im EBGB sowie als Leiter der Fachstelle Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen der Stadt Bern tätig.

Irina Bühler ist seit 2014 Teil der Forschungsgruppe Kreativwerkstatt bestehend aus Menschen mit und ohne verschiedene Behinderungen. Die Mitglieder erforschen gemeinsam die Gesellschaft ausgehend von Behinderungserfahrungen, sie publizieren Texten, reisen an wissenschaftliche Tagungen und sind in der Lehre an pädagogischen Hochschulen tätig. Im Rahmen ihrer Publikation «Als Forschende in der Partizipativen Forschung. Rollenperformanz und Rollenkonflikt» reflektiert Irina Bühler ihre Tätigkeit als Forscherin innerhalb der inklusiven Forschungsgruppe und skizziert einen Weg, Rollenkonflikte, Verhaltenserwartungen, Widerstände und Formen der Gegenübertragung zum Gegenstand eines Austauschs und dadurch konstruktiv nutzbar zu machen. Seit 2020 ist Irina Bühler als Dozentin am Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie der PH FHNW tätig.

Cinzia Rosa Troller ist Klassenlehrperson einer 6. Klasse, hat mit Nachteilsausgleich studiert und 2025 abgeschlossen. Im (Schul)Alltag erlebt sie ein ständiges Austarieren zwischen Mensch und menschengemachtem System. Oft fühlt sie sich dabei, als spiele sie ein Spiel, dessen Regelwerk niemandem vollständig bekannt ist. Gerade dort, wo individuelle Bedürfnisse auf standardisierte Abläufe treffen und vermeintlicher Hürdenabbau neue Hindernisse schafft, wird für sie ein zentrales Lernfeld spürbar. Ihr Streben ist ein von Anerkennung geprägtes Handeln.

Saphir Ben Dakon ist Kommunikations- und Inklusionsexpertin und Moderatorin. Sie wurde früh mit den Themen konfrontiert, die sie heute antreiben: Inklusion durch Kommunikation wahrnehmbar und greifbar zu machen. Ihre eigene Lebensrealität mit Behinderungen hat ihr gezeigt, dass Inklusion nicht selbstverständlich ist – sie es aber sein sollte. Sie ist überzeugt: Inklusion kann nur aktiv gestaltet werden. Ihre Schwerpunkt-Themen sind Frauen mit Behinderung sowie Arbeit und Bildung.Um das Thema Behinderung in die Öffentlichkeit zu tragen, organisiert sie Anlässe und gestaltet partizipative Räume. Sie moderiert Podien und Workshops und konzipiert auch partizipative Projekte. Sie liebt Tee und Bücher und zählt in ihrem Regal über 1'500 Stück.
Weiterführende Informationen zum Thema
- Urs Germann und Brian McGowan (2024): «Disability Studies: ein wichtiger Betrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention»
- Tobias Buchner (2022): «Ableism Verlernen? Reflexionen zu Bildung und Fähigkeit als Professionalisierungsangebot für Lehrer*innen im Kontext inklusiver Bildung»
- Verein Forschungsgruppe Kreativwerkstatt
- Swissuniability
Zugänglichkeit Campus Muttenz
- Die Aula befindet sich im EG und ist stufenlos zugänglich.
- Rollstuhlplätze und Plätze für Begleitpersonen sind vorhanden.
- Hindernisfreie und All-Gender-Toiletten sind im EG zugänglich.
- Induktive Höranlage ist vorhanden.
- Assistenzhunde sind willkommen.
- Vom Bahnhof Muttenz und innerhalb des FHNW Campus Muttenz gibt es kein Bodenleitsystem – Unterstützungsbedarf für die Anreise vom Bahnhof Muttenz zum Campus bitte bei der Anmeldung angeben.
- Für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gibt es Parkplätze direkt vor dem Campusgebäude entlang der Hofackerstrasse – bitte bei der Anmeldung angeben.
- Bei Bedarf wird die Veranstaltung auf Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS) übersetzt – bitte bei der Anmeldung angeben.
Kontakt

Fanny Schmidt
- Telefon
- +41 56 202 73 75
- fanny.schmidt@fhnw.ch

Dr. Susanne Burren
- Telefon
- +41 56 202 70 81
- susanne.burren@fhnw.ch
Teilnehmen
Ableismus verlernen – Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen an Schule und Hochschule
- Datum
- 12.5.2026, 18:00–20:00 Uhr
- Ort
- Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Campus Muttenz
Aula (EG W.01)
Hofackerstrasse 30
4132 Muttenz
