Gespräch mit Marissa Rosenmund, Flavio Naef und David Glauser
Welche Punkte beeinflussen die Lehrstellenwahl von Jugendlichen? Welche Rolle nimmt die Schule ein? Wie weit geht die Begleitung durch die Lehrpersonen? Müssen sich die Jugendlichen zu früh für eine Berufslehre entscheiden? Um diese Fragen dreht sich das folgende Gespräch. Drei Fachpersonen bringen ihre jeweilige Perspektive zu einem der vielen Übergänge in einer Bildungslaufbahn ein: dem Übergang von der Sekundarstufe I in die Allgemeinbildung (Gymnasium oder Fachmittelschule) oder in die Berufsbildung.
Biografische Übergänge sind Schlüsselstellen im Leben. Marissa Rosenmund und David Glauser, Sie haben kürzlich auch einen biografischen Übergang, einen Stellenwechsel, erlebt. Wie haben Sie sich vorbereitet?
Verändert sich das persönliche Empfinden bei einem Übergang im Laufe der Zeit?
Wann beginnt man in der Schule damit, mit den Klassen den Berufswahlprozess zu thematisieren?
Gilt dieser Ablauf für alle drei Leistungszüge?
Wann kommt die Berufsberatung ins Spiel?
Wie weit geht die Begleitung der Jugendlichen durch die Lehrpersonen in der beruflichen Orientierung?
Was bedeutet die enge Begleitung durch die Schule für die Ausbildung an der PH? Welche Vorbereitung auf diese Rolle braucht es?
Wir haben nun bereits gehört, dass die Berufswahl früh beginnt. Welche Aspekte sind für die Jugendlichen entscheidend?
Gibt es immer noch klare Männer- und Frauenberufe?
Wir haben bis jetzt mehr über die Einflüsse von Eltern oder Gesellschaft gesprochen als über die Interessen der Jugendlichen selbst. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, ob der Zeitpunkt, an dem sich die Jugendlichen für eine Berufslehre entscheiden müssen, nicht zu früh ist.
Kehren wir nochmals zurück zur Rolle der Lehrpersonen. Inwiefern erschwert es ihre Rolle, dass sie einerseits die Schüler*innen zu einem Lehrvertrag begleiten wollen und andererseits mit Beurteilungen und Noten genau dies möglicherweise auch erschweren?
Kann man sagen, dass die Lehrbetriebe vielleicht auch mehr auf Kompetenzen wie das Auftreten oder Pünktlichkeit achten?
Der letzte Punkt, den ich gerne ansprechen möchte: Der Übergang in eine Berufslehre hat ja auch eine andere Seite. Was ist dort wichtig, damit die Jugendlichen gut ankommen? Und wer ist zuständig?
Die Expert*innen

Flavio Naef hat an der PH FHNW das Sekundarstufe-I-Studium und den CAS «Von der Schule zum Beruf» absolviert. Naef ist seit sieben Jahren Klassenlehrer an der Sekundarschule Muttenz und dort als Laufbahnverantwortlicher Ansprechpartner für die Wirtschaft, die Schule und die Lehrpersonen rund um das Thema Berufswahl.

Marissa Rosenmund ist seit knapp einem Jahr Leiterin Beratungsangebote bei ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf im Kanton Aargau. Vorher hat sie beinahe 20 Jahre im Kanton Zürich gearbeitet, zunächst als Berufsberaterin und später auf der Fachstelle Berufsberatung im Bereich Projekte und Qualitätsentwicklung.

David Glauser ist seit August 2025 Leiter der Professur Bildung im Kontext von Schule und Gesellschaft an der PH FHNW. Davor war er rund 15 Jahre an der Uni Bern tätig. Er forscht vor allem zu Bildungsübergängen und dem Erwerbseintritt – unter anderem in einer Längsschnittstudie zu Determinanten der Ausbildungswahl und der Berufsbildungschancen. Die Studienteilnehmer*innen wurden seit ihrem achten Schuljahr begleitet und bisher in zwölf Erhebungen über ihre aktuelle Ausbildungssituation sowie zu ihren Ausbildungs- und Berufswünschen befragt.
Text und Fotos: Marc Fischer

Ausgabe Nr. 15 (2026) zum Thema «Übergänge»
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