Das Projekt Intermobil der PH FHNW ermöglicht Studierenden, im Rahmen eines Auslandpraktikums auf anderen Kontinenten Erfahrungen zu sammeln und interkulturelle Kompetenz zu erwerben. Ende Juni trafen sich Vertreter*innen der weltweiten Partnerinstitutionen am Campus Muttenz zum ersten Netzwerktreffen.
Es ist sieben Uhr morgens. In einem Schulzimmer in Port Elizabeth in Südafrika singen 50 Viertklässler*innen wie jeden Morgen die Nationalhymne. Erwartungsvoll sehen sie zu ihrem Lehrer Stefan Blumenstein, der ihnen versprochen hat, eine Geschichte aus seiner Heimat zu erzählen. Er kommt von weit her – aus der Schweiz – und unterrichtet die Klasse vier Wochen lang.
Stefan Blumenstein – oder Mr. Flowerstone, wie die Kinder ihn verschmitzt nennen – ist einer von bisher 66 Studierenden, die im Rahmen des Projekts Intermobil der PH FHNW ein Praktikum in Afrika, Südamerika oder den USA absolviert haben. Ziel dieser Auslandspraktika ist insbesondere der Erwerb von interkultureller Kompetenz für den Umgang mit Diversität im Schweizer Schulalltag.
Moira Kränzle schildert ihre Erfahrung so: «Das Auslandspraktikum war die beste Erfahrung während meines ganzen Studiums. Nie zuvor habe ich so viel gelernt, auch über mich selbst. Und ich kann nun viele Verhaltensweisen meiner Schüler*innen besser einordnen, die mir zuvor unverständlich waren.»
Zusammenarbeit gestärkt und Kooperationen aufgegleist
Das vierwöchige Auslandspraktikum für angehende Primar- und Sekundarlehrpersonen ist das Herzstück des Projekts Intermobil der PH FHNW. Das Partnernetzwerk umfasst aktuell 14 Länder: Marokko, Gambia, Senegal, Südafrika, Simbabwe, Uganda, Tansania, Kenia, La Réunion, USA, Brasilien, Kolumbien, Indien und Sri Lanka.
In diesen Ländern bestehen Partnerschaften mit Primar- und Sekundarschulen wie auch mit Pädagogischen Hochschulen. Ein Ziel des Projekts Intermobil ist der stetige Ausbau der interkulturellen Kompetenz aller beteiligten Akteur*innen. Um die Zusammenarbeit zu stärken und weitere Kooperationsmöglichkeiten anzudenken, fand vom 24. bis 26. Juni 2024 am Campus Muttenz erstmals ein Netzwerktreffen des Projekts Intermobil statt.
«Die Idee von Intermobil war von Anfang an, zusätzlich zur Studierendenmobilität auch innerhalb des Netzwerks weitere Projekte entstehen zu lassen», sagen Katja Schnitzer und Trix Bürki, Dozentinnen an der PH FHNW und Co-Projektleiterinnen von Intermobil. Deshalb organisierten sie ein erstes Netzwerktreffen. Auf dem Programm stand unter anderem ein Besuch einer Basler Primarschule, damit die Projektpartner*innen einmal die Schweizer Schulrealität sehen – und auf dieser Basis die PH-Studierenden vor Ort noch besser begleiten können.
Das erste Netzwerktreffen war gemäss Katja Schnitzer und Trix Bürki ein voller Erfolg. «Die Teilnehmenden sind zu einer Gruppe zusammengewachsen und merkten immer wieder, dass trotz der Diversität der Herkunftsländer und Schulrealitäten die Gemeinsamkeiten überwiegen.» Darüber hinaus sei ein Aktionsplan über geplante Projekte und die künftige Zusammenarbeit formuliert worden. Das Netzwerk will sich ab jetzt im Zweijahresrhythmus treffen, abwechselnd organisiert von den verschiedenen Partner*innen.






