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Frankreich: Montpellier III, Pädagogische Hochschule FHNW

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Lilly Kaufmann konnte ihr Französisch auch im Alltag enorm verbessern dank den offenen Menschen in Montpellier.

  • Name: Lilly Kaufmann
  • Studiengang: Sekundarstufe I, PH FHNW
  • Partnerhochschule: Université Paul Valéry 3, Montpellier, Frankreich
  • Aufenthalt: 20.1.2026–30.5.2026

Vorbereitung

Ein Auslandssemester war für mich schon seit Beginn meines Studiums ein grosses Ziel. Da ich bereits zehn Monate als Au-pair in Südfrankreich, in der Nähe von Nizza, gelebt hatte, wusste ich schnell, dass ich gerne noch einmal nach Frankreich zurückkehren möchte. Deshalb habe ich mich für Montpellier entschieden. Die Stadt liegt im Süden Frankreichs, nahe am Mittelmeer, und hat eine grosse Studierendengemeinschaft. Rückblickend hätte ich mir kaum einen besseren Ort für mein Auslandssemester vorstellen können.

Die Vorbereitung verlief insgesamt gut. Etwas mühsam war teilweise das Hochladen der verschiedenen Dokumente und Formulare, da mehrere Unterlagen eingereicht werden mussten. Der Prozess selbst war jedoch nicht kompliziert und die einzelnen Schritte waren klar erklärt. Beim Learning Agreement gab es zunächst einige Unklarheiten bezüglich der Kurswahl und der Anerkennung einzelner Module.

Dank der Unterstützung meiner Heimathochschule und der Erasmus-Koordination in Montpellier konnten diese Fragen jedoch schnell geklärt werden. Rückblickend würde ich empfehlen, sich frühzeitig mit der Kurswahl und den organisatorischen Schritten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig wurde ich während des gesamten Prozesses sehr gut begleitet und fühlte mich nie allein gelassen.

Anreise und Ankommen

Ich bin bereits eine Woche vor Semesterbeginn nach Montpellier gereist, um mich in Ruhe einzuleben und die Stadt kennenzulernen. Diese zusätzliche Zeit war für mich sehr wertvoll, da ich mich ohne den direkten Studienstart orientieren und erste Eindrücke sammeln konnte.

Die ersten Tage in Montpellier waren spannend und voller neuer Erfahrungen. Bereits kurz nach meiner Ankunft lernte ich andere internationale Studierende kennen. Zwei Tage später fand die offizielle Einführungsveranstaltung der Universität statt. Dort wurden alle wichtigen Informationen zum Studium, zum Campus und zum Leben in Montpellier vorgestellt.

Besonders hilfreich war es, direkt die Erasmus-Koordinatorinnen und -Koordinatoren sowie andere Austauschstudierende kennenzulernen. Dadurch hatte ich von Anfang an das Gefühl, willkommen zu sein. Zu Beginn des Semesters mussten wir ausserdem die Unterschriften der jeweiligen Dozierenden für unsere Kurse einholen, damit die Kurswahl offiziell bestätigt werden konnte.

Ein weiterer grosser Vorteil in Montpellier sind die öffentlichen Verkehrsmittel. Für Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt – und damit auch für Austauschstudierende mit Wohnsitz in Montpellier – sind Tram und Bus kostenlos nutzbar. Dadurch konnte ich mich jederzeit unkompliziert und günstig in der Stadt bewegen.

Unterkunft und Verpflegung

Während meines Aufenthalts wohnte ich in einer CROUS-Residenz, einem französischen Studentenwohnheim. Die Zusage für mein Zimmer erhielt ich erst Anfang Dezember 2025 und damit relativ kurzfristig vor meiner Abreise. Das ist bei den CROUS-Wohnheimen jedoch ganz normal, da die Zimmer oft erst wenige Wochen vor Semesterbeginn definitiv vergeben werden. Deshalb sollte man sich davon nicht verunsichern lassen. Als die Zusage schliesslich kam, war ich natürlich sehr erleichtert, dass alles geklappt hat.

Mein Zimmer war mit etwa 12 Quadratmetern zwar eher klein und nicht besonders luxuriös, für mich aber vollkommen ausreichend. Ich hatte eine kleine Küche und ein eigenes Badezimmer, wodurch ich im Alltag sehr unabhängig war. Ausserdem war die Unterkunft mit rund 320 Euro pro Monat sehr günstig. Ein grosser Vorteil war die Lage: Je nach Vorlesungsort benötigte ich nur zehn bis fünfzehn Minuten zu Fuss zur Universität.

In Montpellier gibt es mehrere CROUS-Residenzen, in denen die meisten internationalen Studierenden wohnen. Dadurch war es sehr einfach, neue Leute kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. Besonders schön fand ich, dass man oft gemeinsam etwas unternommen hat und nach einem Abend in der Stadt selten allein nach Hause gehen musste.

Auch die Verpflegung war für Studierende sehr attraktiv. Auf dem Campus befindet sich eine Mensa, in der man günstig essen kann. Seit Mai 2026 kostete eine warme Mahlzeit mit Hauptgericht, Beilage und Dessert sogar nur noch einen Euro. Dieses Angebot konnte zweimal täglich genutzt werden und war eine grosse Unterstützung im Studienalltag.

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Die Universität

Ich studierte an der Université Paul Valéry, die über einen grossen Campus mit zahlreichen Gebäuden, Cafeterias und Freizeitangeboten verfügt. Im Vergleich zu meiner Heimathochschule wirkte der Campus deutlich grösser und lebendiger.

Während meines Aufenthalts belegte ich einen Französisch-Sprachkurs sowie die Module Cinéma, Contemporary Dance und einen Psychologiekurs zur Entwicklung von Kindern. Der Unterricht fand ausschliesslich auf Französisch statt. Obwohl dies anfangs eine Herausforderung war, konnte ich den Vorlesungen gut folgen und meine Sprachkenntnisse deutlich verbessern.

Die französischen Studierenden waren grösstenteils jünger als ich erwartet hatte, gleichzeitig aber sehr offen, freundlich und hilfsbereit. Dadurch fiel es mir leicht, Kontakte zu knüpfen, neue Menschen kennenzulernen und mich schnell in den Studienalltag einzuleben.

Land und Leute

Montpellier ist eine junge, lebendige und internationale Stadt. Was mich besonders überrascht hat: Bevor ich mich für mein Auslandssemester beworben habe, hatte ich selbst noch nie von Montpellier gehört. Heute kann ich kaum verstehen, warum die Stadt nicht viel bekannter ist.

Montpellier hat unglaublich viel Charme – wunderschöne Altstadtgassen, gemütliche Plätze und eine entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig ist die Stadt nicht von Touristinnen und Touristen überlaufen, was sie für mich besonders authentisch gemacht hat.

Die vielen Studierenden prägen das gesamte Stadtbild. Ungefähr jede vierte Person in Montpellier studiert. Das merkt man sofort an der jungen, offenen und lebendigen Atmosphäre.

Die Menschen waren sehr freundlich und offen. Auch wenn mein Französisch nicht immer perfekt war, wurde ich stets positiv aufgenommen. Gerade dadurch konnte ich meine Sprachkenntnisse im Alltag enorm verbessern.

Besonders gefallen hat mir die internationale Atmosphäre. Es war sehr einfach, Menschen aus unterschiedlichsten Ländern kennenzulernen und enge Freundschaften zu schliessen.

«Rückblickend hätte ich mir kaum einen besseren Ort für mein Auslandssemester vorstellen können.»

Freizeit

Montpellier hat unglaublich viel zu bieten und mir wurde dort eigentlich nie langweilig. Dank der Tramverbindungen kommt man überall schnell und unkompliziert hin. Ich wohnte in Saint-Éloi und nutzte hauptsächlich die Tramlinie 1. Die Bahnen fahren tagsüber etwa alle fünf Minuten und verbinden die verschiedenen Stadtteile perfekt miteinander.

Sobald das Wetter besser wurde, verbrachte ich viel Zeit draussen. In der Umgebung gibt es verschiedene Seen, Parks und schöne Orte zum Entspannen. Besonders genossen habe ich die Nähe zum Mittelmeer. Bereits ab Februar konnte ich erste warme Tage am Strand verbringen und Ausflüge ans Meer machen.

Besonders gefallen haben mir auch die Märkte in Montpellier. Jeden Sonntag findet im Parc du Peyrou ein grosser Flohmarkt statt. Mittwochs und samstags gibt es ausserdem einen Markt mit regionalen Produkten, frischem Obst und Gemüse sowie vielen lokalen Spezialitäten.

Auch das Sportangebot der Universität war beeindruckend. Studierende können kostenlos an verschiedenen Kursen teilnehmen, darunter Tennis, Padel oder Tanz. Dadurch konnte ich neue Sportarten ausprobieren und gleichzeitig weitere Studierende kennenlernen.

Ein grosser Teil meines sozialen Lebens fand über die Erasmus-Organisationen statt. Diese bieten regelmässig Veranstaltungen, Ausflüge und Reisen an. Gerade zu Beginn des Semesters waren diese Angebote ideal, um Kontakte zu knüpfen. Ich nahm unter anderem an einer Reise nach Marokko teil und lernte dabei viele neue Menschen kennen. Fast jedes Wochenende wurden neue Aktivitäten oder Ausflüge organisiert, sodass immer etwas los war.

Persönliches Fazit

Mein Auslandssemester in Montpellier war eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Ich konnte nicht nur meine Französischkenntnisse verbessern, sondern auch viele Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennenlernen und neue Perspektiven gewinnen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie offen und international die Stadt ist. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie wichtig Sprache für die Integration und das tägliche Leben ist. Diese Erfahrungen werden mir auch in meinem späteren Berufsleben als Lehrperson helfen.

Insgesamt würde ich meinem Aufenthalt 9 von 10 Punkten geben. Der einzige kleine Nachteil war das ungewöhnlich schlechte Wetter während der ersten Wochen. Für Südfrankreich hatten wir überraschend viel Regen. Abgesehen davon hätte ich mir kaum ein besseres Auslandssemester wünschen können.

Ich nehme viele schöne Erinnerungen, neue Freundschaften und wertvolle Erfahrungen mit nach Hause. Das Semester hat mich sowohl persönlich als auch sprachlich weitergebracht. Ich würde jederzeit wieder an einem Austauschprogramm teilnehmen und kann Montpellier als Destination für ein Auslandssemester uneingeschränkt weiterempfehlen.

Kontakt

Edita Butnarová

Edita Butnarová

International Officer / Exchange Coordinator Pädagogische Hochschule FHNW
Telefon
+41 56 202 72 23
E-Mail
edita.butnarova@fhnw.ch

Pädagogische Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

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