Lern-Apps für Jugendliche – digitale Unterhaltungsspiele für betagte Menschen
In interdisziplinären Projekten untersuchten wir die Rolle der Interface-Ästhetik im Kontext spielerischer Ansätze zur Unterstützung des Lernens und sozialer Interaktion.
Im Projekt «Myosotis-Garden» wurden Computerspiele entwickelt, welche die Kommunikation zwischen alten Menschen und ihren Angehörigen unterstützen und dadurch zum gesellschaftlichen Wohlbefinden beitragen sollen. Dabei lag der Forschungsschwerpunkt auf der Ästhetik der Spiele: Welchen Einfluss haben Ästhetik und Interaktion auf ein positives und nachhaltiges Spielerlebnis? Wie lässt sich dieses standardisiert erfassen?
Im Projekt «EduNaT» erforschten wir, welchen Einfluss die Interface-Ästhetik auf das Lernen naturwissenschaftlich-technischer Inhalte mit Lern-Apps hat. Untersucht wurde, inwiefern positive Affekte, Interesse und Lernerfolge bei Jugendlichen durch Interface-Ästhetik unterstützt werden.
Projektdetails
- Typ
- Forschungsprojekt
- Forschungsfeld
- Soziale und digitale Interaktion
- Hochschule/Institut
- Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW / Institut Mensch in komplexen Systemen
- Partner
- Hochschule für Technik (Lead im Projekt Myosotis), Hochschule für Gestaltung und Kunst, Hochschule für Musik
- Laufzeit
- 2018–2021
- Leitung
- Prof. Dr. Carmen Zahn
- Mitarbeit
- Alessia Ruf, David Leisner
Impact
Dieses Projekt beschäftigte sich mit den möglichen Einflüssen der Interface-Ästhetik auf menschliches Lernverhalten in verschiedenen Kontexten: Zum einen ging es in Bezug auf aktivierende Computerspiele für alte Menschen darum, welche sozialen Verhaltensweisen durch verschiedene Gamedesigns unterstützt werden können (1). Zum anderen wurde erforscht, wie bei Schüler*innen durch ein spielerische Interface-Design das Interesse an naturwissenschaftlichen Umweltthemen (hier: Energie) und der Lernerfolg verbessert werden können (2).
Für die Analyse und Lösungsfindung wurden umfangreiche Feldstudien in der Region (z.B. in einem Pflegeheim, im Schulunterricht) durchgeführt. In den Feldstudien wurden die Nutzenden digitaler Spiel- bzw. Lernumgebungen (und ihre besonderen Bedürfnisse) direkt in die Forschung und Designentwicklung einbezogen, um mögliche Effekte verschiedener Designs durch detaillierte Verhaltensbeobachtungen systematisch zu analysieren. Die Forschungsergebnisse belegen Effekte der Interface-Ästhetik auf das Verhalten sehr differenziert und wurden in internationalen Fachzeitschriften publiziert (s.u.).
In den Projekten wurden neue Computerspiele und Unterrichtsmethoden entwickelt, die gezielt positive Effekte unterstützen sollen. Kurz: Das Projekt bereicherte den aktuellen Forschungsstand durch neue Studien und Daten und es wurden Best Practices als Impulse für neue praxisnahe Entwicklungen ausgearbeitet.
Publikationen
Zahn C., Leisner D., Niederhauser M., Roos A., Iseli T. & Soldati M. (2022). Effects of game mode in multiplayer video games on intergenerational social interaction: A randomized field study. JMIR Formative Research. 17/12/2021:29179 (2022). http://dx.doi.org/10.2196/29179
Ruf, A., Zahn, C., Agotai, D., Iten, G., & Opwis, K. (2022). Aesthetic design of app interfaces and their impact on secondary students’ interest and learning. Computers and Education Open, 3(2022) 100075. https://doi.org/10.1016/j.caeo.2022.100075
Weitere Projekte

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