Wie sieht das HR der Zukunft aus und wie wird aus operativer Arbeit eine echte HR-Strategie? Marion Riesen, Head of HR im Grand Casino Luzern, hat sich mit Trends wie New Work und Quiet Quitting auseinandergesetzt. Im Interview erzählt sie, welche Impulse sie aus der Weiterbildung in ihren Berufsalltag mitnimmt.
Was hat Sie dazu motiviert, die Weiterbildung CAS HR-Zukunftsstrategie an unserer Hochschule zu absolvieren?
Vor allem meine Leidenschaft für das HR. Nach über 25 Jahren im Beruf brenne ich noch immer dafür. Deshalb war es mir wichtig, mich bewusst weiterzuentwickeln und nicht stehen zu bleiben.
Ich wollte verstehen, wohin sich das HR wirklich bewegt, welche Themen künftig entscheidend sind und wie ich meine Erfahrung mit aktuellem Wissen verbinden kann. Der CAS HR-Zukunftsstrategie: Psychologische Perspektiven für nachhaltige Unternehmensführung war für mich eine Chance, neue Impulse zu erhalten und meinen Blick zu schärfen.
Gleichzeitig treibt mich ein persönliches Anliegen an: Ich möchte in ein paar Jahren ein modernes, zukunftsfähiges HR übergeben können, das ich aktiv mitgestaltet und weiterentwickelt habe.
Welche Themen, die im CAS HR-Zukunftsstrategie vermittelt wurden, haben Sie besonders interessiert?
Besonders interessant fand ich die Themen «New Work» und «Quiet Quitting». Beide greifen Entwicklungen auf, die ich in meinem Arbeitsalltag konkret beobachte.
Spannend war für mich vor allem, die psychologischen Hintergründe besser zu verstehen. Also die Frage, was Mitarbeitende wirklich bewegt, wie Motivation entsteht oder auch verloren geht. Diese Erkenntnisse haben mich dazu angeregt, ein langjähriges Training für Mitarbeitende in meinem Unternehmen genauer zu analysieren und darüber meine Arbeit zu schreiben.
Für mich war genau dieser Transfer entscheidend: Nicht nur theoretisch neue Ansätze kennenzulernen, sondern sie konkret auf meine Organisation anzuwenden und daraus Impulse für Weiterentwicklungen abzuleiten.

Marion Riesen, Head of HR im Grand Casino Luzern und Absolventin des CAS HR-Zukunftsstrategie an der FHNW
Foto: Aniela Lea Schafroth Photography
Marion Riesen im Spielcasino
Foto: Aniela Lea Schafroth Photography
Welche Kompetenzen konnten Sie durch diese Weiterbildung erwerben oder ausbauen?
Ich konnte vor allem meine strategischen Kompetenzen im HR weiterentwickeln. Ich habe gelernt, HR-Themen noch stärker aus einer ganzheitlichen und zukunftsgerichteten Perspektive zu betrachten, statt nur operativ zu denken.
Gleichzeitig konnte ich meine analytischen Fähigkeiten schärfen – insbesondere im Hinblick darauf, bestehende Prozesse kritisch zu hinterfragen und deren Wirkung besser einzuordnen.
Sehr wertvoll war für mich auch die Erweiterung meiner Perspektive: Der Austausch mit den anderen Weiterbildungsteilnehmenden und die neuen Impulse haben mir geholfen, mein eigenes Denken zu reflektieren und neue Ansätze mutiger in die Praxis zu übertragen. Insgesamt fühle ich mich heute noch sicherer darin, Veränderungen im HR aktiv zu gestalten und voranzutreiben.
Wie setzen Sie dieses Wissen in Ihrem Berufsalltag ein?
Ich setze das Wissen sehr konkret in meinem Berufsalltag ein. Vor allem, indem ich bestehende HR-Instrumente und -Prozesse bewusster hinterfrage und weiterentwickle. Der CAS hat mir geholfen, Themen nicht mehr nur aus der gewohnten Perspektive zu betrachten, sondern stärker strategisch und zukunftsorientiert zu denken.
Grundsätzlich greife ich Impulse aus dem CAS aktiv auf und versuche, diese wo möglich und sinnvoll in mein Unternehmen zu tragen, um unser HR moderner und wirksamer aufzustellen.
Welche Transferinitiative (Real-Case) haben Sie basierend auf den CAS-Inhalten bearbeitet?
Ich habe mich mit der Überprüfung und Weiterentwicklung eines langjährig bestehenden Trainings für Mitarbeitende beschäftigt.
Basierend auf Themen wie New Work und den psychologischen Aspekten von Motivation, insbesondere im Kontext von «Quiet Quitting», habe ich das bestehende Konzept gemeinsam mit der Trainerin kritisch hinterfragt und analysiert, ob es noch den heutigen Bedürfnissen entspricht.
Welchen Mehrwert stiftet diese Arbeit für Ihre Organisation?
Der Mehrwert für unsere Unternehmung liegt darin, dass wir das Training gezielt weiterentwickeln und dessen Wirksamkeit erhöhen können. Gleichzeitig hilft uns die Initiative, unser HR moderner und stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden auszurichten.
Was waren für Sie besondere Highlights während der Weiterbildung an der FHNW?
Sehr bereichernd fand ich die vielen praxisnahen Inhalte und die Möglichkeit, das Gelernte direkt auf die eigene Organisation anzuwenden. Dadurch hatte die Weiterbildung für mich einen unmittelbaren Nutzen.
Besondere Highlights waren für mich auch der Austausch mit den anderen Teilnehmenden und die unterschiedlichen Perspektiven, die dadurch zusammengekommen sind. Das hat meinen eigenen Blick erweitert und neue Denkanstösse gegeben.
Und nicht zuletzt war es für mich persönlich ein Highlight, mir nach vielen Jahren im Berufsalltag bewusst Zeit für meine eigene Weiterentwicklung zu nehmen und nochmals in die Lernrolle einzutauchen.


