Katalin Enkerli sorgt im Hintergrund dafür, dass Naturwissenschaftsunterricht nicht nur geplant, sondern gemacht werden kann: Materialien, Geräte, Versuche – und die kleinen Rettungsaktionen, wenn etwas klemmt. Als Assistentin und Sammlungsbetreuerin der Naturwissenschaftsdidaktik am Campus Brugg-Windisch erlebt sie die PH FHNW als Arbeits‑ und Begegnungsort, an dem man Studierende wirklich kennt – manchmal sogar bis zur Abschlussprüfung.
Ein Arbeitsort, der auch ein Begegnungsort ist
Für Katalin Enkerli ist die PH FHNW nicht «nur» Ausbildungsstätte. Sie ist Arbeitsplatz – und ein Ort, an dem Beziehungen entstehen. Als promovierte Biologin fühlt sie sich im naturwissenschaftlichen Umfeld zuhause. Und sie schätzt, dass Studierende hier nicht einfach als «Kohorte» vorbeiziehen: Oft kennt man ihre Namen, begleitet sie eine Zeit lang – und «fiebert am Ende des Studiums an der Abschlussprüfung mit».
Dass genau dieses Miteinander in der Naturwissenschaftsdidaktik bewusst gepflegt wird, passt zum Selbstverständnis der Professur: Naturwissenschaften sollen so unterrichtet werden, dass Verständnis entsteht – und Freude an Naturphänomenen geweckt wird.

Wenn Experimente laufen, war sie meist schon da: Katalin Enkerli sorgt in der Naturwissenschaftsdidaktik dafür, dass Material, Geräte und Aufbau stimmen.
Leere Räume, surrealer Neustart
Ein Jahr hat sich besonders eingebrannt: 2020, der Shutdown. Enkerli beschreibt zunächst «diese gespenstische Leere in den Räumen der PH». Später kehrt das Leben zurück – aber anders: kleine Unterrichtsgruppen, Masken, Abstand. «Surreal», sagt sie.
Es ist eine Erfahrung, die vielen in Erinnerung geblieben ist, bei ihr jedoch besonders nachklang: Wer sonst den reibungslosen Ablauf im Praktischen sichert, spürt in solchen Momenten, wie sehr Lernen auch von Räumen, Präsenz und gemeinsamen Routinen lebt.
Praxisbedeutsamkeit im besten Sinn: das Unsichtbare sichtbar machen
Ihre Arbeit empfindet Enkerli als ausgesprochen praxisnah und praxisbedeutsam – nur sieht man sie selten im fertigen Produkt. Sie organisiert und bereitet Unterrichtsmaterial vor, baut Versuche auf, trägt Geräte heran, hält sie instand, baut wieder ab. Dazu kommen Hilfestellungen für Studierende bei kleineren Projekten – kurz: alles, «was zum reibungslosen Ablauf des Unterrichts beiträgt».
Das ist jene Art von Praxisbedeutsamkeit, die nicht auf einem Folientitel steht, aber darüber entscheidet, ob ein Experiment gelingt – und ob aus einer Idee eine Lernerfahrung wird. Und es passt zu einer naturwissenschaftsdidaktischen Lehre, die auf handlungs‑ und problemlöseorientierte Zugänge setzt.
Vom Schraubenzieher zur schnellen Recherche
Gefragt nach Kompetenzen, die sie durch die PH‑Arbeit mitnimmt, nennt Enkerli zwei Felder, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – im Alltag aber eng zusammenhängen.
Erstens: der Umgang mit «verschiedensten technischen Geräten» und deren Anleitungen. Wer ständig Bedienungslogiken entziffert, senkt die Hemmschwelle, Dinge auch privat selbst zu reparieren, zu warten oder einzurichten. Das ist gelebte Selbstwirksamkeit – und eine stille Form von Nachhaltigkeit.
Zweitens: das schnelle Recherchieren. Durch ein zusätzliches Pensum bei den Zulassungsgesuchen sei das «Durchforsten von Wegleitungen und Reglementen», das Navigieren in Vorlesungsverzeichnissen und das Finden von Informationen immer wichtiger geworden. Auch das ist eine Art Übersetzungsarbeit: zwischen Regeln und Fällen, zwischen Papier und Praxis, zwischen Anspruch und Alltag.
Wunsch an die Zukunft: Qualität trotz Sparmodus
Ihr Wunsch für die nächsten 20 Jahre ist klar und unprätentiös: Dass es der PH FHNW weiterhin gelingt, trotz Sparmassnahmen eine fachlich hochstehende und menschlich gute Ausbildung zu bieten. Es ist der Blick einer Person, die weiss: Qualität entsteht nicht nur in Konzepten, sondern in den vielen kleinen Handgriffen, die es braucht, damit Lehre überhaupt stattfinden kann.

20 Jahre Pädagogische Hochschule FHNW
Kontakt

Christian Irgl
- Telefon
- +41 56 202 70 24
- christian.irgl@fhnw.ch