Roger Mäder kennt die Bildungslandschaft der Nordwestschweiz aus verschiedenen Perspektiven: als angehender Primarlehrer an der damaligen FHBB (Fachhochschule beider Basel), als Primarlehrer, später als Absolvent des Masters in Sonderpädagogik – und heute als Dozent für Medienpädagogik bei imedias, der Beratungsstelle für digitale Medien in Schule und Unterricht der PH FHNW.
Ein Ort, der Wege möglich macht
Für Roger Mäder ist die Pädagogische Hochschule FHNW vor allem eins: ein Ort, «der mir vieles ermöglicht hat und weiterhin ermöglicht». Sein beruflicher Weg ist eng mit dieser Institution verknüpft – und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafür, wie sich Profile an einer Professionshochschule über die Jahre entwickeln und verschieben können.
Begonnen hat es in den frühen 2000ern: Mäder absolvierte seine Ausbildung zum Primarlehrer an der damaligen FHBB – jener Fachhochschule, aus deren Fusionen später die FHNW und die PH FHNW entstand. «Ich erinnere mich noch bildhaft an das beinahe legendäre – oder vielleicht eher berüchtigte – Langzeit-Provisorium an der Kasernenstrasse in Liestal. Im Winter war es schon mal kalt oder auch mal nass.», meint Mäder lachend. Nach mehreren Jahren in der Primarschule kehrte er zurück – diesmal an die PH FHNW, genauer ans Institut Spezielle Pädagogik (ISP), um einen Master in Sonderpädagogik zu absolvieren und in diesem Feld zu arbeiten.
Heute ist er Dozent für Medienpädagogik. Er unterrichtet am Institut Spezielle Pädagogik und Psychologie und am Institut Sekundarstufe I & II Medienbildung ist und Teil von imedias, der Beratungsstelle Digitale Medien in Schule und Unterricht am Institut Weiterbildung und Beratung der PH FHNW. Für Mäder ist die PH damit «ein zentraler Ort des Austausches und der Vernetzung» – auch, weil er dort über die Jahre viele Kolleg*innen gewonnen hat. Dass imedias Schulen und Lehrpersonen mit Weiterbildung, Beratung und Dienstleistungen bei der Integration digitaler Medien unterstützt, ist dabei sein tägliches Spielfeld.

Roger Mäder verbindet Beratung, Lehre und Entwicklung: bei imedias begleitet er Schulen und Lehrpersonen in der digitalen Transformation.
Der Moment, der blieb – und die Arbeit, die bleibt
Wenn Mäder auf prägende Momente zurückblickt, nennt er nicht zuerst eine Bühne oder eine Auszeichnung, sondern einen Schritt, der nach innen wirkt: «Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Moment meiner Ernennung zum Dozenten. Ein Schritt, auf den ich sehr stolz bin.»
Kurz danach kommt das zweite Highlight – eines, das sich in den Schulalltag hinein verlängert: die Mitentwicklung des Lehrmittels «connected». Mäder war als Mitautor an «connected 3 und 4» beteiligt; das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Worlddidac Award.
Und doch, sagt er, sind es am Ende «meistens die Begegnungen, die zählen»: Workshops, Gespräche, der lebendige Austausch mit Studierenden und Lehrpersonen – diese «kleinen», weniger auffälligen Momente, die seine Arbeit im Alltag immer wieder neu bereichern und aufladen.
Praxisbedeutsamkeit – jeden Tag, vor Ort
Mäder beschreibt Praxisbedeutsamkeit nicht abstrakt, sondern als Routine: «In meiner Arbeit an der Beratungsstelle für Digitale Medien erlebe ich Praxisbedeutsamkeit täglich.» Im Zentrum steht dabei der Transfer – vom Konzept in die Schule, vom Tool ins Klassenzimmer. Genau dafür ist imedias da: Schulen und Lehrpersonen werden in der Integration digitaler Medien begleitet, in Kursen weitergebildet, in Fragen rund um digitale Entwicklung unterstützt.
Was Mäder dabei wichtig ist: die Schleife zurück. Er berät Schulen vor Ort und bildet Lehrpersonen im Bereich der digitalen Transformation, z.B. aktuell intensiv zur KI weiter. Diese Erfahrungen fliessen wiederum direkt in seine Lehre ein – damit Ausbildung nicht nur über Praxis spricht, sondern Praxis mitdenkt.
Dass dieser Praxisbezug auch in konkreten Angeboten ankommt, zeigt sich beispielhaft in Weiterbildungen, die unter seiner Leitung laufen – etwa zu digitalem Storytelling und Social‑Media‑Formaten im Unterricht.
Kritisch, kreativ – und mit Partizipation
Was er in seiner Arbeit vermitteln will, fasst Mäder als Haltung zusammen: einen kritischen und kreativen Umgang mit digitalem Wandel. Zentral sei ihm Partizipation: projektbasiertes Arbeiten, das Raum für eigene Interessen lässt, Lernprozesse «gemeinsam und im Dialog». Dazu gehören für ihn ganz praktische Werte: Flexibilität im Umgang mit Anforderungen und eine iterative Arbeitsweise – ausprobieren, reflektieren, verbessern.
Wunsch für die nächsten 20 Jahre
Sein Blick nach vorn ist im Kern ein Wunsch nach Kultur: Die PH FHNW soll ein Ort bleiben, «an dem Lehrende, Studierende und Lehrpersonen gerne zusammenkommen, um gemeinsam Schule zu entwickeln». Dazu brauche es Weitsicht in Veränderungen – und Freude daran, kompetente Lehrpersonen aus- und weiterzubilden.

20 Jahre Pädagogische Hochschule FHNW
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