Jannik Käser und Fabio Valli studieren beide an der PH FHNW und sind Footeco-Ausbildner beim FC Aarau. Sie sehen zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Lehrpersonen und Trainern.
Jannik Käser verbringt aktuell einen Grossteil seiner Zeit mit Kindern und Jugendlichen. Er steht in seinem Studium an der PH FHNW kurz vor dem Bachelor-Abschluss und dem Diplom für die Sekundarstufe I, arbeitet bereits seit zweieinhalb Jahren parallel zum Studium an der Oberstufe in Frick und ist überdies bereits seit zehn Jahren als Nachwuchstrainer im Fussball tätig. «Das Arbeiten mit Jugendlichen liegt mir und macht mir Spass», sagt der 24-Jährige Fricktaler.
Seit November 2025 ist Käser beim FC Aarau, seit Juli 2026 leitet er das FE12-Team des FC Aarau zusammen mit Fabio Valli. FE steht dabei für Footeco, die erste offizielle Stufe der Nachwuchsförderung des Schweizerischen Fussballverbands, die als Bindeglied zwischen Breiten- und Spitzenfussball dient. «Wir besitzen beide das Uefa-C-Diplom, sind ambitioniert und auf U12-Ebene ist es möglich, die Cheftrainer-Rolle zu teilen», erklärt Käser, wie die Zusammenarbeit entstanden ist.
Doch die beiden verbindet noch eine weitere Gemeinsamkeit: Auch Fabio Valli beginnt im September ein Studium an der PH FHNW. Der gelernte Kaufmann spielte schon länger mit dem Gedanken, sich beruflich umzuorientieren. Nachdem er das erforderliche Alter von 27 Jahren für die Studienvariante Quereinstieg erreicht hatte, bestand er das «sur dossier»-Zulassungsverfahren und wird nun Primarlehrer. «Dass ich im letzten Jahr bereits beim FC Aarau als Trainer am Nachwuchsstützpunkt tätig sein konnte, hat mich in der Entscheidungsfindung sicher beeinflusst und bestärkt», so Valli.
Parallelen und Differenzen
Sowohl Käser als auch Valli sehen zahlreiche Parallelen in den Tätigkeiten als Lehrer und Ausbildner im Fussball. «Es geht darum, mit den Schüler*innen beziehungsweise den Spieler*innen an ihren Stärken und Schwächen zu arbeiten und gemeinsam Ziele zu verfolgen», betont Fabio Valli. Auf den Footeco-Stufen stehen dabei noch weniger die Resultate im Zentrum. «Es geht darum, die einzelnen Spieler zu fördern und weiterzuentwickeln, sodass sie es im Idealfall Ende der Saison schaffen, ins Kader der nächsten Altersstufe zu kommen», ergänzt Jannik Käser. Darüber hinaus gehe es auch darum, die Kinder und Jugendlichen auf das Erwachsenenleben vorzubereiten. «Dabei haben Themen wie Respekt, Verantwortung oder Disziplin einen hohen Stellenwert», so Jannik Käser.
Bei der FE 12 des FC Aarau sind die beiden Ausbildner keine Einzelkämpfer. «Gerade auf den Altersstufen U12 bis U15 ist die Zusammenarbeit sehr eng und wir tauschen uns etwa sehr regelmässig mit den anderen Trainern, aber auch den Physios aus», so Jannik Käser. Dieser Austausch sei eine weitere Gemeinsamkeit mit der Schule, wo er in den pädagogischen Teams erfolgt. «Aus meiner Erfahrung sind die Gespräche an den Schulen eher auf die jeweiligen Themen fokussiert, während im Fussball eher auch noch Persönliches oder Kollegiales Platz hat», so Käser.
Neben den Gemeinsamkeiten streicht Käser aber auch Differenzen heraus. «Als Trainer betreuen wir die Kinder und Jugendlichen in einem einzigen ‘Fach’ und das ist Fussball», betont er. «In der Schule gibt es eine breite Fächervielfalt und die Schüler*innen haben je nach Fach unterschiedliche Stärken und Schwächen.» Insofern lasse sich das Leistungsprinzip aus dem Nachwuchsfussball sicherlich nicht eins zu eins in die Schule übertragen.
Erfahrungen gewinnbringend einsetzen
Das Studium an der PH FHNW und die Trainerausbildungen befruchten sich gegenseitig. «Ich erwarte, dass ich im Studium vermehrt pädagogische Aspekte im Umgang mit Kindern und Jugendlichen und methodische Aspekte über das Vermitteln von Wissen lerne, die ich dann auch als Trainer einsetzen kann», blickt Fabio Valli voraus. Umgekehrt gebe es sicher auch Erfahrungen aus dem Fussball, die er im Schulfeld einbringen könne.
Käser, der schon mehr Erfahrung als Lehrer gesammelt hat, bestätigt dies. «Ich kann das Wissen aus dem Studium in den Praktika und in meiner Anstellung in die Praxis umsetzen und gleichzeitig versuche ich es auch, aufs Training zu adaptieren.» Auch in puncto Auftreten in Gesprächen ergeben sich Synergien. «Elterngespräche in der Schule und im Sport sind ähnlich – und die Erfahrung hilft mir an beiden Orten», so Käser.
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