Christina Holzwarth ist Dozentin am Institut Sekundarstufe I und II – und zugleich Lehrerin für Deutsch und Chemie am Gymnasium Kirschgarten. Ihr Blick verbindet Forschung, Fachdidaktik und Schulalltag: Sie begleitet die künftigen Lehrpersonen in den Beruf – und die Schule in eine Kultur der Digitalität.
Zurück am Ort des Aufbruchs
«Ich verdanke der PH mein eigenes Lehrdiplom – und einen guten Start in mein Lehrerinnen‑Dasein», sagt Christina Holzwarth. Nach dem Studium der Fächer Deutsch und Chemie an der Universität Freiburg im Breisgau folgten Stationen in Forschung und Schule – seit 2019 unterrichtet sie am Gymnasium Kirschgarten, seit 2020 bildet sie an der PH FHNW angehende Lehrpersonen aus. Der Kreis schliesst sich: ausgebildet an der PH, heute Ausbildende.
Wenn Praxisgenerationen sich begegnen
Besonders in Erinnerung bleibt ihr eine Szene, die die Langzeitwirkung von Ausbildung zeigt: «Ich durfte kürzlich eine Studentin begleiten, deren Praxislehrperson in einem meiner allerersten Kurse an der FHNW sass – und nun selbst ausbildet.» Für Holzwarth ist das mehr als ein schöner Zufall: Es zeigt, wie professionelle Kultur sich weiterträgt.

Christina Holzwarth unterrichtet Deutsch und Chemie am Gymnasium Kirschgarten und bildet an der PH FHNW angehende Lehrpersonen aus – zwischen Seminarraum und Lehrerzimmer, analog und digital.
Unterricht neu denken: Beziehung, Digitalität, Rollen
Holzwarth beschreibt Praxisbedeutsamkeit aus einer Doppelperspektive. Als Dozentin begleitet sie «Lehrpersonen und zukünftige Kolleg*innen» in den Beruf – Begeisterung inklusive. Als Lehrerin erlebt sie täglich, wie sich Unterricht verändert:
Beziehungsarbeit bleibt Kern der Schule. Zugleich wandelt sich die Rolle der Lehrperson, wenn alle im Raum permanenten Zugang zu Wissen haben. «Wir begleiten unsere Schüler*innen dabei, sich in einer Kultur der Digitalität zu orientieren.» Für die Studierenden ist das besonders spannend: Viele sind selbst überwiegend analog sozialisiert – und entdecken Schule neu, mit Lernenden, die zwischendurch KI befragen oder in der Pause eine digitale Schachpartie spielen.
Forschung & Praxis: kein Entweder-Oder
«Anders als oft suggeriert, stehen Forschung und Praxis nicht unverbunden nebeneinander», sagt Holzwarth. Sie sieht den hohen Mehrwert einer wissenschaftsbasierten Ausbildung, die aktuelle Forschung bewusst einbindet. An Schulen brauche es jetzt Menschen, «die Schule entwickeln wollen – und können». Also Lehrpersonen, die nicht bloss Schablonen anwenden, sondern sich durch Agilität und Freude am Dazulernen auszeichnen.
Eine Hochschule wie die PH FHNW biete dafür das Handwerkszeug für lebenslanges Lernen – inklusive Freude am Fragen, Forschen und Weiterdenken.
Wunschzettel für die nächsten 20 Jahre
Holzwarth wünscht der PH FHNW Studierende, die sich hinter ihre Hochschule stellen: die mitentwickeln, sich als Teil der Community begreifen – und später gern auf ihre Ausbildung zurückschauen. Am besten so gern, dass sie als Praxislehrpersonen zurückkehren und die nächste Generation beim Einstieg begleiten.

20 Jahre Pädagogische Hochschule FHNW
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Christian Irgl
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