Als Maya Schärer an der PH FHNW studierte, lief parallel ein zweites Programm auf Weltklasse-Niveau: internationale Karate-Turniere, Nationalteam, Medaillen. Drei Bronzemedaillen in der Karate1 Premier League stehen heute in ihrer Erfolgsbilanz – und eine ausgezeichnete Bachelorarbeit markiert den akademischen Schlusspunkt einer Phase, in der Spitzensport und Studium sich nicht ausschlossen, sondern gegenseitig trugen.
Eine Zeit, in der alles gleichzeitig möglich war
Maya Schärer verbindet die PH FHNW mit einer seltenen Form von Vereinbarkeit: «eine Zeit, in der ich meine sportlichen und beruflichen Ziele auf höchstem Niveau miteinander vereinbaren konnte.» Während andere Semesterpläne als Belastung empfinden, beschreibt sie diese Jahre als produktiv verdichtete Lernzeit – mit einem klaren Rhythmus aus Trainingsalltag, Prüfungsphase, Wettkampf.
Sportlich ist die Messlatte hoch: Schärer gehört seit Jahren zur internationalen Karate-Elite und gewann in der höchsten Turnierserie der World Karate Federation, der Karate1 Premier League, mehrfach Bronze – Kairo 2021, Rabat 2022, Fukuoka 2023. 2026 wurde die jetzige Masterstudentin zudem Universitäts-Vize-Europameisterin.
Dass sie diese sportliche Intensität gleichzeitig mit einem anspruchsvollen Studium führte, ist für sie kein «Nebenbei», sondern Kern der Geschichte: «Die Auszeichnung meiner Bachelorarbeit an der Diplomfeier 2023 steht für mich sinnbildlich für diese wertvolle und prägende Phase.»
Drei Praktika, drei Aha-Momente
Besonders in Erinnerung geblieben sind Maya Schärer Erfahrungen in ihren Praktika. Im ersten Praktikum ist es ein Raum, der sie packt: ein «kreativ und innovativ, nach Churer-Modell gestaltetes Schulzimmer». Der Effekt ist nachhaltig: «Es prägt meine Unterrichtsgestaltung bis heute.»
Im zweiten Praktikum wird aus Schule plötzlich Beziehung – mitten im Corona-Jahr. Die Rahmenbedingungen sind schwierig, die Nähe zur Klasse wächst. «Als mir die Klasse ihr Abschiedsgeschenk überreichte, wurden meine Lehrerinnenaugen erstmals feucht.»
Und dann Praktikum drei, weit weg: Brasilien. Unvergesslich ist ihr der Moment, als sie «erstmals eine Mathematiklektion auf Portugiesisch» hält – und eine Klasse mit den «verliebten Zahlen» begeistert, einem Konzept, das dort nicht bekannt war. Es ist ein kleines Detail mit grosser Wirkung: Unterricht als Übersetzungsleistung – sprachlich, kulturell, didaktisch.
Forschungslust, die aus einer Bachelorarbeit entsteht
Praxisbedeutsamkeit erlebt Schärer heute nicht nur in Unterrichtssituationen, sondern auch im wissenschaftlichen Arbeiten. Ihre Bachelorarbeit sei ein Schlüsselmoment gewesen: «Dabei wurde meine Begeisterung für wissenschaftliches Arbeiten entfacht.» Die Unterstützung durch eine kompetente Betreuerin habe ihr früh methodisches Handwerkszeug gegeben – ein Fundament, das sie in ihrer Forschungsarbeit weiterträgt.
Gleichzeitig steht sie nicht nur auf der «Empfängerseite» von Wissen. Als Hilfsassistentin in Lehrveranstaltungen gibt sie das im Bachelor Gelernte weiter. Für sie ist das die Verbindung, die eine Professionshochschule auszeichnet: Theorie wird nicht abgeheftet, sondern in der Lehre – und über Menschen – weitergereicht.

Zwischen Weltkarate und Wissenschaft: Maya Schärer verbindet Spitzensport mit Bildungsforschung – und bringt beides in die Praxis zurück.
Teamfähigkeit als stille Schlüsselkompetenz
Wenn Schärer eine Kompetenz nennen soll, die sie an der PH FHNW besonders geprägt hat, ist es nicht «Performance», sondern Teamfähigkeit. In Gruppenarbeiten und Praktika habe sie gelernt, Verantwortung zu teilen, sich auf andere zu verlassen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Diese Erfahrung wurde besonders wichtig in der Phase, in der sie Studium und Spitzensport parallel bewältigte – weil in beiden Welten klar ist: Allein gewinnt man selten, aber ohne Eigenverantwortung gewinnt man gar nicht.
Blick nach vorn: Bildungsforschung stärken
Für die nächsten 20 Jahre wünscht sich Maya Schärer eine PH FHNW, die «durch engagierte Studierende, Dozierende und Forschende weiterhin dynamisch weiterentwickelt» bleibt. Als Masterstudentin in der Fachdidaktik Naturwissenschaften liegt ihr besonders die Stärkung der Bildungsforschung an Pädagogischen Hochschulen am Herzen: Damit «langfristig innovative und fundierte Lernbedingungen» für kommende Generationen entstehen.

20 Jahre Pädagogische Hochschule FHNW
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Christian Irgl
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