Die Professur engagiert sich in Forschung und Lehre wie auch im Praxisfeld für die Verankerung kultureller Bildung in Schulen und Bildungsinstitutionen.
Arbeitsgebiet
Lehre, Weiterbildung, Forschung und Dienstleistungen in den Bereichen Kulturvermittlung und Theaterpädagogik. Schwerpunkte sind Theaterpädagogik im schulischen Kontext, Kulturvermittlung in pädagogischen Kontexten und Kulturinstitutionen als ausserschulische Lernorte.
Kulturvermittlung im Kontext Schule
Warum Kulturvermittlung im Kontext Schule?
In der Schweiz ist die Volksschule einer der zentralen Sozialisationsorte an dem Kindern und Jugendlichen, unabhängig von den Ressourcen ihrer Elternhäuser, gleicher Zugang zu Kultur ermöglicht werden kann. Der Lehrplan 21 bestimmt kulturbezogene Erfahrungen und die Entwicklung einer kulturellen Identität als zentrale Aufgaben der Schule und somit als grundlegende Bildungsziele.
Die Trägerkantone der FHNW unterstützen diese Bildungsziele, indem sie Ressourcen und Strukturen anbieten, um Schulen die Nutzung kultureller Angebote zu erleichtern. Sie setzen damit eine von der Schweiz 1997 ratifizierte «Konvention über die Rechte des Kindes» der UNICEF um. Diese formuliert in Artikel 31 das «Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben» und fordert «die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.»
Kulturvermittlung in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen
Die Professur für Kulturvermittlung und Theaterpädagogik sieht sich vor diesem Hintergrund im Auftrag, künftige Lehrpersonen (bspw. als Kulturverantwortliche) darauf vorzubereiten, kulturelle Angebote nutzen und kompetent auf Kulturinstitutionen sowie Künstler*innen zugehen zu können. In ihren Lehrveranstaltungen und Workshops vermittelt sie überfachliche Kompetenzen zum Einbezug der Künste in die Gestaltung von Unterricht und Schule.
Sie bietet den Studierenden aller Institute mehrere Module [bitte LINK auf Lehrangebote] an. Diese fokussieren auf theaterpädagogisches Arbeiten und auf Kulturvermittlungspraxis im schulischen Kontext. Zudem organisiert sie das Kulturprogramm der Pädagogischen Hochschule unter dem Label phkultur [bitte LINK zur Website von phkultur setzen]. Die Professur legt ihren Schwerpunkt auf die Schnittstelle zwischen Bildung und Kultur, da die gewünschten Ziele und Effekte von Kulturvermittlung nicht per se, automatisch oder zwangsläufig erreicht werden. Nötig ist vielmehr ein Zusammenspiel aus kritischer Reflexion (bspw. das Explizitmachen eigener Vorannahmen und hierarchisierender Zuschreibungen), Forschung und solidarischer Praxis mit Lehrpersonen, Kulturschaffenden, Institutionen und Bildungspolitik. Ein solches Zusammenspiel konnte die Professur für Kulturvermittlung und Theaterpädagogik in zahlreichen Projekten und Formaten profilieren.
Vor dem Hintergrund eigener Lehr- und Vermittlungserfahrungen sowie der Gestaltung des Kulturprogramms phkultur hat die Professur folgende Leitsätze herausgearbeitet, die das Verständnis von Kulturvermittlung im Bildungskontext definieren.
Leitsätze der Professur
Kultur ist Bildung
Die Auseinandersetzung mit Kultur gehört zur Bildung und ist bildend. Diesen Zusammenhang versteht die Professur als Kulturvermittlung. Die Pädagogische Hochschule setzt das bildende Vermögen von Kultur für die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen ein.
Kultur ist Bildung mit anderen Methoden
Kulturvermittlung ergänzt und erweitert mit ihrer erfahrungsbasierten Didaktik des Zeigens und Erlebens das methodisch-didaktische Repertoire von Dozierenden und von angehenden Lehrpersonen sowie von pädagogischen Fachpersonen um visuelle, performative und mediale Arbeitsweisen. Hervorzuheben ist hier insbesondere das ergebnisoffene und prozessorientierte Arbeiten als grundlegende Praxis in der Kulturvermittlung.
Kultur ist Teil der Aus- und Weiterbildung – Lehrpersonen als Kulturvermittler*innen
In den Trägerkantonen der PH FHNW gehört es zum Berufsprofil der Lehrperson, dass sie als Kulturvermittler in der Schule agiert. Als Schnittstelle zwischen Bildung und Kultur schafft sie Zugänge zu Kulturschaffenden, Kulturinstitutionen und künstlerischen Prozessen. Es ist daher ein relevanter Teil der Professionalisierung von Studierenden, Lehrpersonen, Fachpersonen und Schulleiter*innen, die bildenden Potenziale der Kultur in Aus- und Weiterbildungen kennen und nutzen zu lernen.
Kultur ist Bildung und Teilhabe für alle
Zugang zu Kultur ist ein Beitrag zur Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Zugang zu Kultur schafft soziale Kohäsion, indem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in die Lage versetzt werden, die kulturellen Codes gesellschaftlicher Selbstverständigungsprozesse zu kennen und sich einzubringen.
Kulturvermittlung und ihre Effekte
Die bildungs- und erziehungswissenschaftliche Forschung der letzten Jahrzehnte verweist auf den positiven Einfluss kultureller Teilhabe auf die Stärkung sozialer Kompetenzen und die (mentale) Gesundheit.
Angesichts der Herausforderungen durch digitale Medien und künstliche Intelligenz fördert kulturelle Partizipation bei Kindern und Jugendlichen Zukunftskompetenzen (Future Skills) wie Kreativität, Kollaboration und kritisches Denken.
Selbstwirksames Handeln in kulturellen Angeboten und Projekten sowie die damit einhergehenden Aushandlungsprozesse können demokratiefördernde und gesellschaftsbildende Effekte zeitigen. Letzteres ergibt Schnittmengen zum Bereich der «Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)», der «Bildung für Zukünfte» und der «politischen Bildung».
Lehrveranstaltungen
Die Professur für Kulturvermittlung und Theaterpädagogik bietet semesterübergreifend drei Module im Wahlbereich an sowie einen Individuellen Studienschwerpunkt. Die Angebote sind partizipativ ausgerichtet. Das bedeutet, dass Erfahrungen und Perspektiven der Teilnehmenden nicht nur gefragt, sondern häufig der Antrieb für die konkrete Modulgestaltung sind.
Die Studierenden lernen im Wahlbereich «Theaterpädagogik im schulischen Kontext» theaterpädagogische Spiele und Vorgehensweisen kennen, mit denen sie ihren Unterricht gestalten, erweitern oder bereichern können. Im Wahlbereich «Kulturvermittlung in pädagogischen Kontexten» erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich in eigene künstlerische Prozesse zu begeben. So setzen sie sich bspw. ausgehend von Museumsbesuchen mit künstlerischen Arbeiten auseinander. Dabei erleben sie kollektives Nachdenken, das sie selbst kreativ werden lässt. Im Wahlbereich «Kulturinstitutionen und ausserschulisches Lernen» besuchen die Studierenden Kulturinstitutionen, erproben die Zusammenarbeit mit ihnen und untersuchen deren Kulturvermittlungsangebote für Schulen.
Der Individuelle Studienschwerpunkt Kulturvermittlung und Theaterpädagogik verbindet die Inhalte der drei Wahlangebote zu einem übergreifenden Schwerpunktmodul (als Angebot für die Studierenden auf Primarstufe).
Nähere und auf das jeweilige Semester bezogene Informationen finden sich in den FHNW-Modulbeschreibungen.
phkultur
Die Professur für Kulturvermittlung und Theaterpädagogik gestaltet gemeinsam mit Kolleg*innen, Studierenden und Mitarbeitenden das Kulturprogramm der PH FHNW. Nähere Informationen zum aktuellen Programm finden sich auf der Website von phkultur.
Projekte
Publikationen
Unter Beteiligung der Professur respektive ihrer Mitarbeitenden entstanden folgende Publikationen:
Netzwerk und Partner
Mitgliedschaften
- SGL – Schweizerische Gesellschaft für Lehrerbildung – AG Theaterpädagogik
- kulturvermittlung.ch
Kooperationspartner und Auftraggeber
- Pädagogische Hochschule Luzern
- Pädagogische Hochschule Zürich
- Hochschule der Künste Bern
- Hochschule Luzern Design und Kunst
- Zürcher Hochschule der Künste
- Fachstelle Kulturvermittlung Aargau, BKS
- Bühne Aarau
- Literaturhaus Lenzburg
- Universität Zürich
- ZKSD - Zurich Knowledge Center for Sustainable Development
- University of the Witwatersrand, Johannesburg
- Università de la Svizzera Italiana
- Pädagogische Hochschule Thurgau
- La Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI)
- Haute Ecole Spécialisée de la Suisse occidentale (HES-SO)
Team
Leitung
Assistenz
Mitarbeitende
Assoziierte Mitarbeitende
Standort
Professur für Kulturvermittlung und Theaterpädagogik
Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
Pädagogische Hochschule
Institut Weiterbildung und Beratung
Bahnhofstrasse 6
5210 Windisch







