Projekte von Wolfgang Beywl


Evaluationsvermögen des Systems Schule

Die internationale Schulforschung stellt heraus, dass die Fähigkeit einer Schule, die eigene pädagogische Praxis systematisch und datenbasiert zu beschreiben und zu bewerten, entscheidend ist für eine nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung. Das Vermögen zu internen Evaluationen (evaluation capacity) ist erforderlich auf der Ebene des Unterrichts durch Lehrpersonen und Teams und unterrichtsübergreifend für Projekte sowie schulische Programme.

Im Forschungsprojekt werden verschiedene Ansätze der internen Schulevaluation im internationalen Raum identifiziert und miteinander verglichen. Es werden Forschungsergebnisse zu den Bedingungen und den Wirkungen interner Schulevaluation theoriebasiert aufgearbeitet. Schwerpunkte sind die Analyse von Kompetenzen für die interne Schulevaluation sowie die Anwendung professioneller Evaluationsstandards auf dieses Handlungsfeld.

Neben der Aufarbeitung der Literatur und von Forschungsberichten werden Experteninterviews und –diskussionen zum Thema geführt sowie Fallstudien zu guter Praxis interner Schulevaluation durchgeführt.

Publikationen

  • Beywl, Wolfgang (2011): Modelle der Evaluation personenbezogener Dienstleistungen. In: Beck, Iris /Greving, Heinrich (Hrsg.): Gemeindeorientierte Dienstleistungen. Behinderung, Bildung, Partizipation. Enzyklopädisches Handbuch der Behindertenpädagogik. Band 6. Stuttgart: Kohlhammer, S. 169-173.
  • Beywl, Wolfgang/Balzer, Lars (2008): Die Weichen richtig stellen. Weiterbildungsevaluation - zehn verbreitete Irrtümer und ihre Korrektur. In: Weiterbildung. Zeitschrift für Grundlagen, Praxis und Trends, 19, Nr. 4, S. 8-11.
  • Beywl, Wolfgang (2006): Evaluationsstandards als Grundlage für die Aus- und Weiterbildung in Evaluation. Anforderungsprofile für Evaluatorinnen im Vergleich. In: JCSEE, Joint Committee on Standards for Educational Evaluation/Sanders, James R. (Hrsg.): Handbuch der Evaluationsstandards. Die Standards des Joint Committee on Standards for Educational Evaluation. Wiesbaden: VS Verlag, S. 313-335.
  • Beywl, Wolfgang (2006): Evaluationsmodelle und der Stellenwert qualitativer Methoden. In: Flick, Uwe (Hrsg.): Qualitative Evaluationsforschung. Konzepte - Methoden - Umsetzung. Reinbek: Rowohlt, S. 92-116.

Transferförderung und –evaluation im Weiterbildungsprogramm der Reformierten Kirchen

Die Fachstelle für Weiterbildung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn führt zusammen mit den beiden anderen regional zuständigen Fachstellen die Weiterbildung für Pfarrerinnen und Pfarrer sowie für kirchliche Mitarbeitende mit einem umfangreichen Kursangebot.

Angelehnt an das vier-Ebenen-Modell der Evaluation von Kirkpatrick & Kirckpatrick (2006) verfolgt das Projekt das Ziel, den Transfer aus der kirchlichen Weiterbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern in die Praxis explizit sichtbar zu machen und dessen Auswirkungen bis hin zu den Zielgruppen in den Kirchengemeinden nachzuverfolgen.

Das erste Projekt hat sich zentral mit der Vorbereitung von Transfer in Weiterbildungskursen beschäftigt, sowie mit dessen Evaluation auf der Ebene der Kursteilnehmenden der kirchlichen Weiterbildung. Das Folgeprojekt geht einen Schritt weiter. Es zeichnet den Transfer von der Kursplanung über die Durchführung bis hin zur Umsetzung eigener Transferprojekte in den jeweiligen Gemeinden von Kursteilnehmenden nach. Gemeinsam mit den Weiterbildungsverantwortlichen wird zudem eine Konzeption erarbeitet, Weiterbildung explizit auf Transfer auszurichten und mittels selbstevaluativen Kompetenzen innerhalb der Organisation konzeptionell anzubahnen und sichtbar zu machen.

Kooperation zwischen der Fachstelle Weiterbildung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (pwb) und der Professur für Bildungsmanagement sowie Schul- und Personalentwicklung am Institut Weiterbildung und Beratung der Pädagogischen Hochschule FHNW

Laufzeit

Refo I: 10/2009-01/2011
Refo II: 04/2011-01/2012

Auftraggeber

Refo I: Fachstellen für Weiterbildung der Reformierten Kirchen Schweiz (a+w, pwb, opf)
Refo II: Fachstelle für Weiterbildung der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn (pwb)

Literatur

Kirkpatrick, Donald L./Kirkpatrick, James D. (2006): Evaluating training programs: The four levels. 3rd edition. San Francisco: Berrett-Koehler.

Publikationen

Beywl, Wolfgang/Bestvater, Hanne/Friedrich, Verena (2011): Selbstevaluation in der Lehre. Ein Wegweiser für sichtbares Lernen und besseres Lehren. Münster: Waxmann.


Evaluation des Deutschen Schulpreises

Den Deutschen Schulpreis vergeben die Robert Bosch Stiftung und die Heidehof Stiftung jährlich an Schulen, die Vorbildliches in der Schulentwicklung leisten. Preiskriterien sind Lernresultate der Schülerinnen und Schüler, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortungsübernahme schulischer Beteiligter, Schulklima und organisationales Lernen. Die gesamte Schule wird in ihren jeweiligen lokalen Handlungsbedingungen bewertet und die in diesem Rahmen erfolgten Entwicklungsprozesse der Schule werden gewürdigt.

Die Evaluation gibt Hinweise darauf, wie dass das zentrale Ziel des Wettbewerbs – die Ermutigung von Schulen zur Entwicklung guter pädagogischer Praxis – noch besser erreicht werden kann. Die Hauptfragestellungen lauten: Wie bekannt ist der Wettbewerb? Wie stark werden die Preiskriterien akzeptiert und wie wird die Umsetzung des Wettbewerbs bewertet? Im welchem Umfang erreicht der Schulpreis seine Ziele? Es finden Datenerhebungen statt bei Expertinnen und Experten im Umfeld des Wettbewerbs, aus Bildungspolitik, Schulverwaltungen, Lehreraus- und –weiterbildung sowie bei beteiligten und bisher nicht beteiligten Schulen. Außerdem werden Beiträge aus den Massen- und Fachmedien systematisch ausgewertet, es werden ausgewählte Personen aus der Allgemeinbevölkerung sowie solchen mit schulpflichtigen Kindern befragt, und es wird ein Literaturbericht zum Stand der Forschung zu Schulpreisen erstellt.

Kooperation zwischen der Professur und dem Evaluationsinstitut Univation, Köln.

Laufzeit: 03/2011-12/2011

Auftraggeber: Robert Bosch Stiftung

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Deutschen Schulpreises.

Publikationen

Beywl, Wolfgang/Niestroj, Melanie (2009): «Der Programmbaum - Landmarke wirkungsorientierter Evaluation». In: Beywl, Wolfgang/Niestroj, Melanie (Hg.): Das A-B-C der wirkungsorientierten Evaluation. Glossar - Deutsch Englisch - der wirkungsorientierten Evaluation. Köln: Univation, S. 137-149.




Weitere Projekte der FHNW finden Sie im Projekt- und Publikationstool FHNW.

FHNW-Kontakt | Privat-Kontakt 

Prof. Dr. Wolfgang Beywl

Leiter Professur Bildungsmanagement, Schul- und Personalentwicklung

Fachhochschule Nordwestschweiz
Pädagogische Hochschule
Institut Weiterbildung und Beratung


Küttigerstrasse 42, 5000 Aarau Schweiz

+41 62 838 90 59 (Direkt)

Prof. Dr. Wolfgang Beywl