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26.08.2019 | Hochschule für Soziale Arbeit, Institut Kinder- und Jugendhilfe

Wie erleben Jugendliche das ständige Online-Sein?

Eine aktuelle Studie zeigt: Junge Menschen denken mehr über ihre Internetnutzung nach als Erwachsene. Sie erleben das permanente Online-Sein vorwiegend positiv, sind sich aber auch bewusst, dass es Regeln und Grenzen braucht.

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Digitale Medien haben bei Jugendlichen einen hohen Stellenwert und werden intensiv und vielfältig genutzt. In ihrer Freizeit sind die 16- bis 25-Jährigen durchschnittlich vier Stunden am Tag online, im Vergleich zu zweieinhalb Stunden bei den 40- bis 55-Jährigen. Instant Messaging, soziale Medien, E-Mail und Videoportale werden rege verwendet. Die Jugendlichen schätzen es vor allem, mit anderen Personen in Kontakt zu stehen, Informationen für Schule und Beruf zu suchen oder einfach Spass zu haben.

Nicht in der virtuellen Welt verloren, aber Vorsicht vor Stress

Die Studie zeigt, dass junge Menschen an ihren Displays nicht schutzlos und verloren sind, sondern dass sie insgesamt mehr über ihre Internetnutzung nachdenken als Erwachsene. Sie machen sich viele Gedanken über die Folgen des ständigen Online-Seins. Die Hälfte der Jugendlichen empfindet «always on» positiv. Ambivalenter sieht es die andere Hälfte: Zwar sehen sie die positiven Aspekte, erleben aber auch den Stressfaktor. So fühlt sich beispielsweise jede/r Dritte durch Anwendungen, die den regelmässigen Gebrauch belohnen, unter Druck gesetzt und jede/r Vierte wird nervös, wenn er/sie für einige Zeit nicht online ist.

Fast alle Jugendlichen haben Tipps&Tricks zur Selbstregulierung

Die Umfrage ergab, dass 95 Prozent der Jugendlichen mindestens eine Strategie verfolgen, um die vielen Online-Benachrichtigungen zu bewältigen. Eine Auswahl an Aussagen:

  • «Ich bin mir bewusst, dass ich Nachrichten nicht sofort beantworten muss, bei dringenden Fragen kann man mich ja anrufen».
  • «Ich benutze Apps, die die Zeit begrenzen, die ich vor dem Bildschirm verbringe».
  • «Ich deaktiviere überall die Benachrichtigungsfunktion».

Zwei von fünf Jugendlichen legen Regeln fest, wann und wie lange sie online sind: Jugendliche (16–20 Jahre) setzen vermehrt auf Selbstregulierung und sind häufiger offline als junge Erwachsene (21–25 Jahre).

Vielnutzende setzen sich mehr mit ihrem Online-Umgang auseinander

Im Fokus der Studie standen auch die 10 Prozent der Jugendlichen, die im Vergleich zu Gleichaltrigen intensiver online sind (durchschnittlich 5,4 Stunden pro Tag). Die Studie verdeutlicht, dass diese Gruppe von Jugendlichen die negativen und positiven Auswirkungen des dauerhaften Online-Seins stärker in Frage stellt. Sie setzen sich mehr Regeln, haben aber auch häufiger Entzugssymptome, wenn sie nicht online sind.

Das Fazit: Junge Menschen machen sich viele Gedanken und haben viel Erfahrung bezüglich «always on». Die intensive Online-Nutzung bringt für sie vielfältige Herausforderungen. Dadurch haben sie aber auch eine wertvolle Expertise zum Online-Sein, welche den Erwachsenen andere Sichtweisen eröffnet. Junge Menschen sollten deswegen in die Diskussion oder bei Entscheiden über entsprechende Thematiken einbezogen werden.

Studie «always on»

Die Hochschule für Soziale Arbeit FHNW führte im Auftrag der Eidgenössischen Kommission für Kinder- und Jugendfragen EKKJ mit Unterstützung von M.I.S. Trend eine repräsentative Umfrage durch. Befragt wurden 1001 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren sowie eine Vergleichsgruppe von 390 Personen im Alter von 40 bis 55 Jahren. Die Fragen bezogen sich auf die Art und Dauer der Online-Aktivitäten, die Bedeutung, die ihnen beigemessen wird sowie die Regulierungsstrategien, die für den Umgang mit dem ständigen Online-Sein eingesetzt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse werden in der Broschüre «Always on: Wie erleben Jugendliche das ständige Online-Sein?» vorgestellt. Erhältlich in Deutsch, Französisch und Italienisch. Kostenlos zu bestellen unter www.bundespublikationen.admin.ch oder abrufbar unter www.ekkj.ch.

Der ausführliche Forschungsbericht ist abrufbar unter www.alwayson-studie.ch.

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