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16.02.2021 | Hochschule für Gestaltung und Kunst

Forever der Wandel - Online Ausstellung der MA Design Abschlussarbeiten der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

Am Institut Integrative Gestaltung | Masterstudio Design der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW treffen Studierende unterschiedlicher Disziplinen und kultureller Herkunft zusammen. Ihre Perspektiven prägen einen vielfältigen Blick auf die Herausforderungen unserer Zeit: Die Notwendigkeit nachhaltigen Handelns, der Einfluss der Digitalisierung auf unser Zusammenleben und die Ökonomie sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Transformationen sind der Resonanzraum des Designs.

Mit der Gestaltung zukunftsweisender Produkte und Prozesse positionieren sich die Master-Absolvent*innen in einer sich rasch verändernden Welt. In ihren Abschlussarbeiten verschmelzen angewandte Forschungsansätze und Erkenntnisse aus der Theorie mit gestalterischem und technischem Wissen.

Annika Albrecht erforscht beispielsweise mit «I am not there» systematisch die Herausforderungen der Integration digitaler Technologien im Textil- und Modedesign, indem sie 3D-Werkzeuge im Musterungsprozess einsetzt.

Helge Brackmann geht in seiner Arbeit der Frage nach, was ein Algorithmus von den Bildern versteht, die wir in sozialen Medien hochladen. Mit «Ex Para» sucht er nach einer Möglichkeit, durch den eigenen Körper Vorgänge in unserer digitalen Welt zu verstehen und den Raum zwischen realen und künstlich generierten Wirklichkeiten erfahrbar zu machen.

In seinem Projekt «Hinter den Oberflächen» befasst sich Matthias Maurer mit dem berührungslosen Vermessen von Oberflächen mittels digitaler Fotogrammetrie – von Cumuluswolken und anthropogenen Rauchschwaden über verwitterte Steine bis hin zu Betonbrocken abgerissener Häuser.

Neben diesen Arbeiten werden im Rahmen der masterthesis23.ch weitere aktuelle Abschlussarbeiten von Valeria Ballek, Claudia Epiney, Dschafar El Kassem, Wanda Gysin, Ingmar Haudenschild, Beatrice Ledergerber, Kihako Narisawa, Margherita Parri, María Ruiz Cozcolluela, Roger Zimmermann und Robert Zumkeller präsentiert.

Weitere Informationen:

masterthesis23.ch (Online-Ausstellung bis 31. März 2021)
fhnw.ch/hgk/iig
masterstudiodesign.ch

Zu den Arbeiten

Annika Albrecht
I am not there
«I am not there» erforscht die Implementierung von 3D-Werkzeugen in den Mode-Musterungsprozess als möglichen Weg und schlägt damit die Möglichkeit einer nachhaltigen Lieferkette vor. Das Projekte fokussiert auf Strickwaren und deren inhärenten technologischen Eigenheiten als Ausgangsmaterial. Im steten Wechsel von analogem und digitalem Prototyping entsteht eine eigenständige Kollektion. Zudem werden im Prozess die Herausforderungen der Integration digitaler Technologie im Textil- und Modedesign systematisch untersucht. 

Helge Brackmann
Latent_presences
Was versteht ein Algorithmus von den Bildern, die wir in den sozialen Medien hochladen?
Die Arbeit «Ex_Para» sucht nach einer Möglichkeit, durch den eigenen Körper Vorgänge in unserer digitalen Welt zu verstehen und den Raum zwischen realen und künstlich generierten Wirklichkeiten erfahrbar zu machen. Durch Versuchsreihen mit Körperhaltungen eines digitalen Gegenübers wird die schöpferische Ambivalenz zwischen digitalen Profilen und dem physischen «Ich» aufgezeigt, indem eine Künstliche Intelligenz diese Bilder auf wesentliche Merkmale komprimiert und ein Mensch diese physisch nachempfindet.
Die Arbeit geht davon aus, dass bestimmte menschliche Aspekte nie in einem binären System zu finden sein werden, geschweige denn physisch nachzuempfinden sind.

Matthias Maurer
Hinter den Oberflächen
«Hinter den Oberflächen» befasst sich mit dem berührungslosen Vermessen von Oberflächen mittels digitaler Fotogrammetrie – von Cumuluswolken und anthropogenen Rauchschwaden über verwitterte Steine bis hin zu Betonbrocken abgerissener Häuser. In einer experimentellen Versuchsreihe adressiert diese Master-Thesis einen relevanten Kontext zeitgemässen Designs: Welche handwerklichen, technischen und erzählerischen Möglichkeiten eröffnet das digitale Abformen komplexer Strukturen? Damit leistet die Arbeit einen intelligenten und entwurfsbasierten Beitrag nachhaltiger Nutzung von Ressourcen indem vorgefundene Formen und Materialien neu in Wert gesetzt werden. 

Kihako Narisawa
Have I ever spoken properly?
«Komm, lass uns hinuntergehen und ihre Sprache verwirren, damit sie sich nicht verstehen.» Wir sprechen unterschiedliche Sprachen, wir kommen aus unterschiedlichen kulturellen und familiären Hintergründen, und unsere Kommunikation ist auf nonverbale Kommunikation angewiesen. Wir verhalten uns so, wie wir uns gerne darstellen möchten und wie wir uns in bestimmten sozialen Kontexten und mit bestimmten Personen verhalten sollen. «Habe ich jemals richtig gesprochen? » untersucht und demonstriert durch die Integration von Design unsere sozialen Handlungen im Format der darstellenden Kunst und wendet die Theorie der Proxemik auf die räumliche Gestaltung der Performance an.

Valeria Ballek
Einsteins Traum: Zeit und Raum im zeitgenössischen Theater
Wir leben in der Zeit einer Pandemie, wie wir sie bisher nicht kannten. Die Theater sind geschlossen und die Möglichkeiten der Theatermacher*innen, neue Arbeiten aufzuführen, sind sehr eingeschränkt. Valeria Ballek leistet in dieser Zeit prägender sozialer Distanz einen Beitrag zur Entwicklung von Theatererlebnissen für die Praxis. Mit ihrem Entwurf zu einem Audio-/Videospaziergang zeigt sie die individuellen Beziehungen zu Zeit, Ort und Reisen auf. In einer Zeit, in der es nicht möglich ist zu reisen, bringt ihr Entwurf Kulturen und Menschen verschiedener Länder einander näher – ein Ansinnen, das mit jedem Tag der Entfernung bedeutender wird.

Claudia Epiney
Hüttenbau für Kinder: Vergleich zwischen einem modularen und einem nicht-modularen System
«Welches der beiden Systeme, modular oder nicht modular, ist eine bessere Unterstützung für spielende Kinder und macht die Vorteile des Hüttenbaus für ihre psychologische Entwicklung zugänglicher?»
Wer hat es als Kind nicht geliebt, Hütten zu bauen? Unter dem Bett, um das Sofa herum, oder draussen im Wald mit Ästen, einen Unterschlupf zu kreieren. Der Bau von Hütten ist eine kreative Erfahrung und wichtig für die psychosoziale sowie die motorische Entwicklung von Kindern. In diesem Projekt werden zwei Systeme zum Bau solcher Hütten untersucht, bei denen Alltagsgegenstände intrigiert werden. Das Ziel ist es, herauszufinden, welches System eine bessere Option für Kinder beim Spielen darstellt. 

María Ruiz Cozcolluela
Kami
«Kami» ist ein vielseitiges Möbelsystem, welches sich den unterschiedlichen Bedürfnissen einer Familie anpasst und mit den Kindern mitwächst.
Das System ist so konzipiert, dass seine Elemente in verschiedenen Positionen neu angeordnet werden können. Es kann als Spielzeugkiste, Kinderregal, Wickelkommode, Kindertisch, Schreibtisch, Garderobe oder als Schuhregal verwendet werden.
Kami fördert die Selbstständigkeit des Kindes nach der Philosophie der Montessori-Pädagogik.

Roger Zimmermann
Schnittstelle innovative Technologien, Prozesse und Manufaktur
Roger Zimmermann widmet sich in seiner Master-Thesis der Materialentwicklung im Produktdesign mit dem Fokus auf natürliche Materialien. Dabei dreht sich alles um das Bier, respektive einen Abfall, der bei der Bierherstellung entsteht (Treber). Die globale Herstellung vom ältesten Getränk der Welt in grossen und kleinen Brauereien birgt Möglichkeiten den «Abfall» dezentral weiterzuverarbeiten. Die Eigenschaften des Naturmaterials sind experimentell evaluiert und in gestalterischen Prozessen hinsichtlich ihrer physischen Funktionen untersucht worden. Die Master-Thesis zeigt exemplarisch wie durch ein gestalterisch-forschendes Vorgehen Grundlagen für Innovation geschaffen werden können und ist in diesem Fall ein Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung. 

Margherita Parri
A New Flow: Der Einfluss der Szenografie auf die Wahrnehmung und Narration des öffentlichen Raums
Das Projekt untersucht die Möglichkeiten und die Wahrnehmung szenografischer Inszenierungen im öffentlichen Raum während der Zeit der Pandemie: Ein sinnliches, emotionales und räumliches Erlebnis in Basel. Das Ziel der Performance ist es, die Menschen auf soziale Dynamiken in dieser schwierigen Zeit aufmerksam zu machen.
Das Publikum wird an der Erzählung von Geschichten aus dem Buch «Intimations» von Zadie Smith beteiligt. Themen wie soziale Ungleichheit, Körperwahrnehmung und Kommunikation stehen im Zentrum der Vermittlung.

Ingmar Haudenschild
Mein Design? 
Wer erkennt, was ihn einzigartig macht, kann sich bewusst weiterentwickeln. Wohl auch deshalb haben viele renommierte Designer ihr Selbstverständnis in einem persönlichen Designmanifest zum Ausdruck gebracht. Die individuelle Designidentität bewusst zu formulieren, ist anspruchsvoll und braucht Mut. Anhand von drei profanen Möbelstücken stellt Ingmar Haudenschild jene Frage, die viele Designstudierende umtreibt und analysiert seine Gestaltungsprozesse systematisch: Was macht mein Design aus? 

Wanda Gysin
stay home – zwischen Wohnen und Arbeiten – Möbel für Girsberger
Zwei Sphären, die mehr und mehr miteinander verschmelzen. Die Master-Thesis «stay home» untersucht die Schnittstellen von Wohnen und Arbeiten: Zwei Sphären, die nicht zuletzt durch die Folgen der Pandemie mehr und mehr miteinander verschmelzen. Wie kann ein Möbel den atmosphärischen Wechsel zwischen diesen beiden Sphären erleichtern? Der Entwurf des Homeoffice «stay home» macht das Nebeneinander dieser beiden Zustände sicht- und spürbar und zeigt das Potenzial des Designs auf. Der Entwurf fokussiert gleichermassen auf eine ergonomische und gesunde Arbeitshaltung und ermöglicht eine wohltuende atmosphärische Balance zwischen Arbeiten und Wohnen.

Robert Zumkeller
Digitale Resilienz: Widerstand im Informationszeitalter
Die digitale Transformation definiert das zwischenmenschliche Miteinander fortwährend. Sie beeinflusst unsere Wahrnehmung und prägt damit einhergehend auch unser Meinungs- und Weltbild. Im Zuge der aktuellen Geschehnisse, skizziert das Projekt «Digitale Resilienz» ein fiktives Szenario nach der Corona-Pandemie, in welchem unser Alltag massgeblich von technischen Überwachungs- und Kontrollsystemen geprägt ist. Welche Folgen könnte dieses Ereignis auf die demokratische Freiheit des Bürgertums in Zeiten der Digitalisierung haben und wie verteidigt sich die Gesellschaft gegen solch eine Bedrohung der Totalüberwachung und Kontrolle? 

Dschafar El Kassem
Im Spannungsfeld von Tradition und Innovation / Die antike Amazigh Kultur und das Berliner Startup Limala
Dschafar El Kassem untersucht mit filmischen Mitteln das Spannungsfeld von Innovation und Tradition in einem zeitgemässen Kontext: Die Nutzung traditioneller Techniken als Basis für neue Wertschöpfungskontexte am Beispiel einer interkulturellen Zusammenarbeit. Das Berliner Start-Up ‚Limala‘ (arabisch: Wieso nicht?) vertreibt über Instagram Amazigh Teppiche. Auf den ersten Blick erscheint der Prozess konservativ und eindimensional. Antike Tradition in Form von Handwerk wird verkauft und findet eine*n neue*n Besitzer*in. Der Dokumentarfilm beleuchtet die vielschichtigen Wirkungen des integrativen Designs bei den Stakeholdern und adressiert Aspekte der Design-Driven-Innovation sowie der semantischen Wirkungen solcher Prozesse. 

Beatrice Ledergerber
Design-orientiertes Lernen für das 21. Jahrhundert
Für die Weiterbildung von Lehrpersonen an Berufsfachschulen werden aus der Perspektive integrierten Designs neue Möglichkeiten zur Gestaltung von Lernumgebungen ausgearbeitet. Diese Konzepte lassen durch ihre Andersartigkeit neue Lernerfahrungen und das Üben von Kompetenzen, die in Zukunft immer wichtiger werden, zu. Dazu zählen u.a. Offenheit, kritisches Denken, Kreativität und die design-spezifische Fähigkeit alternative Lösungen zu entwickeln. Damit leistet diese Master-Thesis einen praxisrelevanten Beitrag der Wissensvermittlung aus dem Methodenkontext des Designs in einen Bereich, in dem bislang noch weitgehend traditionell unterrichtet wird. Die Erkenntnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt in die pädagogisch-didaktischen Konzepte einer Berufsfachschule integriert.

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