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Gemeinsam einsam: Austausch und Zusammenarbeit

Der Mensch braucht Austausch. Natürlich nicht alle von uns gleichermassen. Aber selbst der zurückgezogenste Home-Office-Einsiedler muss ab und zu mit jemandem reden. Vor allen Dingen der Informationsaustausch, der normalerweise im Büro wie nebenbei stattfindet, muss bei vermehrtem Home Office proaktiv geschaffen werden. Dies gilt nicht nur für arbeitsbezogene Themen, sondern besonders auch für das Informelle.

Gemeinsam einsam

  • Miteinander reden ist gerade in aussergewöhnlichen Zeiten aus psychologischer Perspektive besonders wichtig: Tauschen Sie sich darüber aus, wie es Ihnen geht, welche Lösungen Sie gefunden haben, was in Ihrer Situation möglich ist und auch darüber, was Ihnen schwer fällt.

  • Gemeinsames Priorisieren bekommt hohe Priorität: Sprechen Sie im Team oder mit dem/der Vorgesetzten darüber, was jetzt aktuell wichtig und was weniger wichtig ist. Wenn Sie Aufgaben bekommen, die Ihrer Ansicht momentan nicht wichtig sind, sagen Sie dies, aber seien Sie auch offen für Gegenargumente.

  • Zeiten der Erreichbarkeit klären: Entweder im geteilten Outlook-Kalender oder auf andere Art darüber informieren, wann man erreichbar ist und wann nicht (z.B. aufgrund von Betreuungspflichten). Zeiten der Nicht-Erreichbarkeit sollten signalisiert und - das ist besonders wichtig - auch fix eingeplant werden. Wer als “Nachteule” oder “Lerche” in einem atypischen Rhythmus arbeitet, sollte dies auch kommunizieren. Aktivieren Sie allenfalls eine Abwesenheitsmeldung, möglichst mit Angabe einer Stellvertretung.

  • Digitalen Präsentismus vermeiden: Ein vorherrschendes Klischee zu Home Office besteht darin, dass Mitarbeitende statt zu arbeiten zu Hause waschen und netflixen. Vielen ist es daher wichtig, Präsenz zu markieren, indem sie zu jeder Uhrzeit und möglichst rasch auf E-Mails reagieren. Das ist wenig hilfreich für Erholung und Konzentration. Besser: klar kommunizieren, wann man auf welchem Kanal erreichbar ist.

  • Regelmässige Kurz-Updates können für ein Team, das eng zusammenarbeiten muss, sehr sinnvoll sein. Z.B. täglich zur gleichen Zeit 10 Minuten über den Stand der Dinge sprechen.

  • Den informellen Austausch nicht vergessen: Wie wichtig die spontanen Gespräche sind, die sonst an der Kaffeemaschine oder am Kopierer entstehen, ist gut belegt. Als Ersatz kann man eine virtuelle Kaffeepause planen. Oder im Kommunikationstool einen Kanal dafür einrichten.

  • Bleiben Sie bei all dem auch sich selbst treu. Zeigen Sie echtes Interesse und bleiben Sie in dem Rahmen, der für Sie und alle anderen passt. Nicht jede oder jeder will Privates teilen oder über den eigenen Gemütszustand mit anderen sprechen.
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