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Offene und flexible Büros während einer Pandemie

Infrastrukturelle und verhaltensbezogene Schutzmassnahmen für offene und flexible Bürokonzepte

Offene und flexible Bürokonzepte verfolgen das Ziel, eine aktivitätsbasierte Arbeitsplatzwahl zu ermöglichen (Danielsson, 2019) und den direkten, persönlichen und häufig informellen Austausch zu fördern. Ein typisches flexibles Büro besteht in der Regel aus verschiedenen Arbeits-, Besprechungs- und Regenerationszonen, die entweder einen eher offenen oder eher geschlossenen Charakter aufweisen. Dies gewährleistet, dass die Mitarbeitenden für ihre jeweiligen Tätigkeiten eine optimale Arbeitsumgebung vorfinden. In Studien zeigen sich positive Effekte: Wenn die Arbeitsumgebung zu den Aufgaben und Bedürfnissen der Mitarbeitenden passt, sind sie mit der Arbeitsumgebung zufriedener und schätzen die Einfluss- und Wahlmöglichkeiten (Engelen et al., 2019). Ebenso werden positive Effekte auf Produktivität und Gesundheit berichtet (Candido et al., 2019).

Aus aktuellem Anlass stellt sich die Frage, wie offene und flexible Bürokonzepte sowie die darin arbeitenden Menschen, eine Ansteckung verhindern können. Dies gerade auch vor dem Hintergrund, dass die verschiedenen Arbeitszonen und Arbeitsplätze kaum über Trennwände verfügen und die Mitarbeitenden häufiger zwischen verschiedenen Arbeitsplätzen wechseln. Hier lohnt sich ein Blick auf den Stand des Wissens zu Übertragungsmöglichkeiten des Sars-CoV-2-Virus. Ansteckungen erfolgen durch:

  • den direkten Kontakt mit infizierten Personen v.a. über Tröpfcheninfektion (Asadi, Bouvier, Wexler, & Ristenpart, 2020; Bourouiba, 2020)
  • die Übertragung über die Luft. Die Transmission über Aerosole gerät immer mehr in den Fokus und könnte gleichbedeutend mit der Tröpfcheninfektion sein (Cheng et al., 2020; Chhikara, Rathi, Singh, & Poonam, 2020; Drosten, 2020; Ong et al., 2020)
  • den indirekten Kontakt mit Oberflächen oder Gegenständen, die von der infizierten Person berührt wurden und dem folgenden Kontakt der kontaminierten Hand mit Mund, Nase oder Augen (Kampf, Todt, Pfaender, & Steinmann, 2020; van Doremalen et al., 2020)

Das offene und flexible Büro während einer Pandemie

Ein Schutz vor Ansteckungen wird häufig mit Fokus auf infrastrukturelle Massnahmen verfolgt. Um den Betrieb von offenen und flexiblen Büros wieder aufzunehmen, erstellen die Unternehmen entsprechende Schutzkonzepte. Hier finden Sie eine Auflistung von Massnahmen für die Bereiche Mensch, Infrastruktur & Technik sowie Organisation.

Psychologische Wirkfaktoren hingegen bleiben bei diesen Lösungsansätzen weitgehend unberücksichtigt. Nach ersten Beobachtungen von Restarts zeigt sich, dass Verhalten eben nur zum Teil durch solche Lösungen beeinflusst wird. In «ihren Büroräumen» fühlen sich Mitarbeitende «sicher» und rücken dichter zusammen, auch wenn sie dies nicht beabsichtigen. Von daher sind infrastrukturelle und verhaltensbezogene Massnahmen gemeinsam zu betrachten. Hier finden Sie unterstützende Empfehlungen für das Umsetzen der vom BAG empfohlenen Hygiene- und Verhaltensregeln in der Arbeitswelt. Nachfolgend zeigen wir, wie Unternehmen offene und flexible Bürolandschaften in Zeiten einer Pandemie nutzen können. Und dies, ohne den eigentlichen Anspruch nach Sichtbarkeit und informellem Austausch aufgeben zu müssen.

Regular Zone

zu Regular Zone

Silent Zone

zu Silent Zone

Social Zone

zu Social Zone

Co-Working Zone

zu Co-Working Zone

Meeting Zone – Meetingräume

zu Meeting Zone – Meetingräume

Meeting Zone – Boxen und Sitzmobiliar

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Offene und flexible Büros während einer Pandemie – Infrastrukturelle und verhaltensbezogene Schutzmassnahmen für offene und flexible Bürokonzepte

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Fazit

Das Gesamtkonzept von offenen und flexiblen Büros kann auch unter Einhaltung von Schutzmassnahmen funktionieren. Es braucht jedoch eine entsprechende Vorausplanung und Definition der neuen Nutzungsszenarien.

Hauptautorin

Dr. Theresia Leuenberger, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW

Beiträge und Feedback von:

Prof. Dr. Hartmut Schulze, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW
M.Sc. Psychologie Livia Suter, Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW

Quellen:

  • Asadi, S., Bouvier, N., Wexler, A. S., & Ristenpart, W. D. (2020). The coronavirus pandemic and aerosols: Does COVID-19 transmit via expiratory particles?. Aerosol Science and Technology, 54, 635-638. doi: 10.1080/02786826.2020.1749229
  • Bourouiba, L. (2020). Turbulent Gas Clouds and Respiratory Pathogen Emissions. Potential Implications for Reducing Transmission of COVID-19. JAMA, 323, 1837-1838.
  • Candido, C., Thomas, L., Haddad, S., Zhang, F., Mackey, M., & Ye, W. (2019). Designing activity-based workspaces: satisfaction, productivity and physical activity. Building Research & Information, 47, 275-289. doi: 10.1080/09613218.2018.1476372
  • Chhikara, B. S., Rathi, B., Singh, J., & Poonam (2020). Corona virus SARS-CoV-2 disease COVID-19: Infection, prevention and clinical advances of the prospective chemical drug therapeutics. Chemical Biology Letters, 7, 63‐72.
  • Cheng, V., Wong, S. C., Chen, J., Yip, C., Chuang, V., Tsang, O. et al., 2020. Escalating infection control response to the rapidly volving epidemiology of the Coronavirus disease 2019 (COVID-19) due to SARS-CoV-2 in Hong Kong. Infection Control & Hospital Epidemiology, 41, 493-498. doi: 10.1017/ice.2020.58
  • Danielsson, C. B. (2019). The Shaping Factors forming Contemporary and Future Office Designs. NA, 31(2).
  • Engelen, L., Chau, J., Young, S., Mackey, M., Jeyapalan, D., & Bauman, A. (2019). Is activity-based working impacting health, work performance and perceptions? A systematic review. Building Research & Information, 47, 468-479. doi: 10.1080/09613218.2018.1440958
  • Kampf, G., Todt, D., Pfaender, S., & Steinmann, E. (2020). Persistence of coronaviruses on inanimate surfaces and their inactivation with biocidal agents. Journal of Hospital Infection, 104, 246-251. doi: 10.1016/j.jhin.2020.01.022
  • Ong, S. W., Tan, Y. K., Chia, P. Y., Lee, T. H., Ng, O. T., Wong, M. S. et al., 2020. Air, surface environmental, and personal protective equipment contamination by severe acute respiratory syndrome coronavirus 2 (SARS-CoV-2) from a symptomatic patient. JAMA, 323, 1610-1612.
  • van Doremalen, N., Bushmaker, T., Morris, D. H., Holbrook, M., Gamble, A., Williamson, B. et al, 2020. Aerosol and surface stability of HCoV-19 (SARS-CoV-2) compared to SARSCoV-I. New England Journal of Medicine. doi: 10.1101/2020.03.09.20033217
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