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Professionelle Grundtätigkeiten: «arbeiten und handeln»

«Arbeiten» und «Handeln» sind wichtige professionelle Grundtätigkeiten in der modernen Arbeitswelt. Während es sich beim «Arbeiten» um eine Tätigkeit handelt, die mit stofflichen und nicht-stofflichen Gegenständen und Dingen befasst ist, so ist das «Handeln» eine Tätigkeit, die sich zwischen Menschen selbst vollzieht. Im Zentrum steht beim «Handeln» die Fähigkeit von Personen, sich in komplexen Arbeits- und Organisationszusammenhängen aufeinander zu beziehen, sich abzustimmen und gemeinsam tätig zu werden. In modernen, digitalisierten Arbeitswelten hat vor allem die Tätigkeit des «Handelns» vermehrt an Bedeutung gewonnen. Aber entgegen der dystopischen Zeitdiagnosen vom «Ende der Arbeit», hat auch das Arbeiten in den hoch technologisierten Gesellschaften kaum an Bedeutung eingebüsst.

«Arbeiten» war lange Zeit vor allem mit Mühsal verbunden. Erst in der modernen Gesellschaft hat sich die Auffassung über das «Arbeiten» verändert. Sie wurde aufgewertet und ist insbesondere für die modernen Menschen mit Sinnerfüllung verbunden. Während das «Arbeiten» selbst den Menschen keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet, denn die Tätigkeit wird weitgehende vom Gegenstand selbst bestimmt, eröffnen sich Gestaltungsmöglichkeiten in der Arbeit vor allem über die Organisation der Arbeitstätigkeit. In diesem Zusammenhang kommt das «Handeln» als weitere menschliche Tätigkeit in den Blick. Hannah Arendt verortet das Handeln als menschliche Grundtätigkeit im Bereich des Politischen und unterscheidet es vom Arbeiten und Herstellen. Beim Handeln geht es darum, Gemeinsamkeiten zu identifizieren, Absprachen zu treffen und sich gegenseitig zu verpflichten. Seyla Benhabib kritisiert Arendt dafür, dass sie das Handeln allein auf das Politische beschränkt. Sie betont, dass Menschen auch im Sozialen auf vielfältige Weise miteinander «handeln». Angesichts der aktuellen Transformationsprozesse in der digitalen Arbeitswelt stellen sich daher aktuell neue Fragen in Bezug auf das Verhältnis von «Arbeiten» und «Handeln» für professionelles Handeln in komplexen Arbeitszusammenhängen. Ausgehend von einer Klärung von «arbeiten» und «handeln» als professionellen Grundtätigkeiten, werden daher im Fachseminar neue Herausforderungen für das professionelle Handeln in beruflichen Kontexten vorgestellt und diskutiert.

Zielpublikum

Führungspersonen aller Führungsebenen, Personalfachleute und Fachpersonen in
Bereichen des psychosozialen Managements.

Weitere Informationen

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Das Seminar wird geleitet von Prof. Dr. Thomas Geisen, Professor für Arbeitsintegration und Disability Management an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Arbeit, Migration und Gesellschaftstheorie.

Bemerkung

Änderungen und Preisanpassungen vorbehalten.

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Standort

Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Olten

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Hochschule für Soziale Arbeit Riggenbachstrasse 16 4600 Olten
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